Hypericum perforatum L.

Johanniskraut; Foto: Annika Patan
Johanniskraut; Foto: Annika Patan

Echtes Johanniskraut

Volkstümliche Namen:
Hartheu, Tüpfelhartheu, Blutkraut, Teufelsflucht, Jageteufel, Feldhopfenkraut, Johannisblut, Konradskraut, Hexenkraut u.a.

Familie:
Hypericeae / Johanniskrautgewächse
Untergruppe: Rosenähnliche
Ordnung: Bedecktsamer

Vorkommen: Europa, Westasien, Nordafrika

 Hinweise

Das Öl sowie die Berührung mit dem Kraut
kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen.

Heilpflanze des Jahres 1995
Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands e.V

Arzneipflanze des Jahres 2015
Studienkreis Entwicklungsgeschichte
der Arzneipflanzenkunde

 

notfall

Beschreibung:

Das bekannte Johanniskraut wächst bis zu 90 cm hoch bevorzugt in lichten Wäldern, teilweise jedoch auch zwischen Pflanzungen – beispielsweise in Weinbergen.

Die Stengel sind im oberen Bereich dicht verzweigt und starr. Die Blätter sind elliptisch geformt, dunkelgrün und besitzen glatte Ränder. Ans Licht gehalten kann man auf den Blättern die Öldrüsen als kleine helle Punkte sehen.

Die Blüten sind goldgelb und mit schwarzgelben Schuppen bestückt, die beim zerquetschen eine tiefrote Farbe annehmen.

Informationen zum Anbau

Lebensform: mehrjährig, winterhart
Blütezeit: Juni bis August
Erntezeit: Juni bis September
Ernte: Blätter, Triebe und Blüten
Konservierung: trocknen
Standort: sonnig, nährstoffreiche Bäden
Pflegeanspruch: anspruchlos
Vermehrung: Direktsaat

Johanniskraut, alte Illustration, Sturm
Hypericum spp Sturm59“ von Johann Georg Sturm (Painter: Jacob Sturm) – Figure from Deutschlands Flora in Abbildungen at https://www.biolib.de. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Hyperici flos recens (alte Bez.: Flores Hyperici recentes)
Johanniskrautblüten

Oleum Hyperici
Johanniskrautöl

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Biflavone, Hypericin, ätherisches Öl u.a.

Hautsächlich werden die Blüten zu Johanniskrautöl verarbeitet (Oleum Hyperici) und zur Wund- sowie zur Narbenbehandlung verwendet. Die Volksheilkunde empfiehlt es ebenfalls bei Rheuma und Hexenschuss. Durch die beruhigenden Eigenschaften kann man das Öl auch gut als Massageöl verwenden, wenn Verspannungen ihren Ursprung in seelischer Belastung haben.

Hyperici Herba (alte Bez.: Herba Hyperici; Syn.:Herba Solis, Hypericum cum flore)
Johanniskraut

Inhaltsstoffe:Flavonoide, Biflavone, Hypericin, ätherisches Öl, Gerbstoffe u.a.

Das Kraut wird in der Pharmaindustrie für die Herstellung von Fertigarzneimitteln verwendet, die nervöse Unruhe, depressive und psychovegetative Störungen bessern sollen. Auch als Tee ist das Kraut für die gleiche Indikation im Handel.

 

johanniskraut-ölFür Kosmetik & Pflege

Das Öl eignet sich bei trockener Haut sowie bei Verspannungen durch Stress als Massageöl. Allerdings sollte dabei beachten werden, dass das Öl die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht.

 

In der Küche

Das gesamte Kraut kann für Fischgerichte oder Kräuter-Liköre genutzt werden, die Blüten des weiteren als Garnierung und die Herstellung von Kräuteröl.

 

Für Dekorationen

 

Überlieferungen / Aberglaube

Bereits bei Dioskurides und Plinius erhielt die Pflanze ihren Namen Hypericum und war bei ihnen schon als Heilpflanze bekannt. Der Artname perforatum bezieht sich dabei auf die scheinbar von Öldrüsen „durchlöcherten“ Blätter. Bis das Johanniskraut auch im Mittelalter seinen Weg in die Kräuterbücher fand, hatten sich die Nutzungsgebiete häufig geändert.

Fast allen Quellen gemein ist jedoch die Nutzung als Wundheilmittel und zur Beruhigung – die angeblich auch gegen den Teufel und Zauberei wirkt und Angriffe von dieser Seite vorzeitig verhindert.

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