Tussilago farfara L.

Huflattich, Foto: Kjetil Lenes/Wikipedia.de

Huflattich

Volkstümliche Namen:
Tabakkraut, Ackerlattich, Brandlattich, Brustlattich, Hitzeblätter, Lehmblätter, Märzblume, Pferdefuß, Sandblume u.a.

Familie: Asteraceae / Korbblütengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Asternartige

Vorkommen: Europa, Asien

 Hinweise

„Wanderers Klopapier“

Heilpflanze des Jahres 1994
Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands e.V

nach heutigem
Erkenntnisstand nicht mehr empfehlenswert!
(enth. Tussilagin)

 

notfall

Beschreibung:

Der Huflattich gehört zu den ersten Frühjahrsblühern und wird bis zu 30 cm. Die Laubblätter sind langgestielt, grundständig sowie grob gezähnt und haben eine auffallende Huf- oder Herzform, von der auch der Name herrührt. Die Blattunterseite ist von einem weißen Flaum bedeckt.

Die gelben Blüten sind besonders interessant: Bei näherem hinsehen entpuppt sich die Blüte als ein Blütenstand mit über 300 Einzelblüten der Köpfchen entwickeln sich drei bis elf mm lange walzenförmige Früchte, die eine lange seidig glänzende Haarkrone besitzen. Die Blätter bilden sich erst nach der Blütezeit aus – während der Blüte sind die Stängel lediglich mit Schuppenblättern besetzt. Danach jedoch werden die Blätter 10 bis 20 cm groß.

Im Gegensatz zu den honigartig duftenden Blüten haben die Blätter nur einen schwachen Geruch. Der Geschmack ist leicht schleimig.

Informationen zum Anbau

Lebensform: mehrjährig, winterhart
Blütezeit: Februar bis Mai
Erntezeit: Februar bis Juni
Ernte: Blätter und Blüten
Konservierung: trocknen
Standort: sonniger feuchter Boden, lehmhaltige Böden
Pflegeanspruch: anspruchslos
Vermehrung: Teilung, Direktsaat

Weitere Informationen

Der Huflattich treibt aus einem kriechenden Wurzelstock mit bis zu 2 m langen unterirdischen Wurzelausläufern.

Huflattich; Flora von Deutschland Österreich und der Schweiz (1885), Abb. Biolib.de
Huflattich; Flora von Deutschland Österreich und der Schweiz (1885), Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Farfarae flos (alte Bez.: Flores Farfarae, Syn.: Flores Tussilaginis, Flos Farfarae)
Huflattichblüten

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe mit Arabinose, Galactose, Glucose, Uronsäure und Xylose. Pyrrolizidinalkaloide, Terpene, Sterole, Triterpene, Flavonoide, Glykoside, Kaffee- und Ferulasäure u.a.

In der Volksheilkunde wurden die Blüten stets als besonders gutes Hustenmittel verabreicht, was jedoch heute wegen der Pyrrolizidinalkaloide nicht mehr empfohlen wird, da diese unter dem Verdacht stehen, das Krebsrisiko zu erhöhen. Generell sollte eine Anwendung 4 bis 6 Wochen im Jahr nicht überschreiten.

Farfarae folium (alte Bez.: Folia Farfarae, Syn.: Folia Tussilaginis)
Huflattichblätter

Inhaltsstoffe: Polysaccharide mit Inulin und sauren Schleimpolysacchariden wie Arabinose, Galactose, Glucose, Uronsäure und Xylose. Des weiteren Pyrrolizidinalkaloide (Tussilagin), Terpene, Sterole, Triterpene, Flavonoide, Glykoside, geringe Mengen ätherisches Öl u.a.

siehe Huflattichblüten

 

Für Kosmetik & Pflege

Weniger als Kosmetikum denn als Notfallhilfe gelten die weichen Unterseiten der Huflattichblätter als hilfreiches und natürliches „Toilettenpapier“ für einsame Wanderer in Feld, Wald und Flur.

 

In der Küche

In einigen Quellen werden die Blätter als geschmackvolle Zutat in Frühlingssalaten erwähnt. Auch Blätter und Blüten sind für Hustenteemischungen bekannt, sollten aber nur bedingt angewendet werden.

 

Für Dekorationen

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der botanische Name „Tussilago“ birgt in sich bereits die frühe Nutzung als Hustenmittel (lat. „tussis“ = Husten). Stets bekannt und viel genutzt wird der Huflattich dabei insbesondere in den Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts als Mittel bei Asthma, Husten und Schwindsucht erwähnt, was sich bis ins 20. Jahrhundert beispielsweise durch Maria Treben erhielt.

Neuere Forschungsergebnisse raten jedoch von der Verwendung des Huflattichs ab, da das enthaltene Tussilagin zu den Pyrolizidinalkaloiden zählt, die das Krebsrisiko erhöhen – eine Nutzung sollte generell 4 bis 6 Wochen im Jahr nicht überschreiten.