Humulus lupulus L.

Synonym: Cannabis lupulus, Humulus cordifolius, Humulus volubilis, Humulus volgaris, Lupulus communis u.a.

Echter Hopfen

Volkstümliche Namen:

Familie: Cannabaceae / Hanfgewächse
Untergruppe: Rosenähnliche
Ordnung: Rosenartige

Vorkommen: Europa, Asien, Nordamerika; Gebüsche, Auwälder

Hinweise

frische Hopfenblüten können
Allergien und Hautreizungen hervor rufen

Arzneipflanze des Jahres 2007
Studienkreis Entwicklungsgeschichte
der Arzneipflanzenkunde

 

 

 

Beschreibung:

Der Hopfen ist eine im Uhrzeigersinn rankende Kletterpflanze, die bis zu 7 m hoch. Die Blätter sind dabei grob gesägt, 3- bis 7-lappig und grasgrün. Die Stängel sind zäh, rau behaart, grünlich und von roten Linien gezeichnet. Die weiblichen Blüten sind gelbgrün, zapfenförmig – männliche Blüten wachsen in Rispen; beide Geschlechter wachsen an getrennten Pflanzen.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig, Laub wechselnd/ Staude (Wildform einjährig)
Blütezeit: Mai bis September
Erntezeit: April bis Mai, August bis September
Ernte: weibliche Blütenzapfen kurz vor dem Verblühen
Konservierung: trocknen
Standort: sonnig, feuchte, lehmige Böden
Pflegeanspruch: viel Feuchtigkeit, regelmäßig gießen
Vermehrung: Direktsaat oder Wurzelschösslnge in Frühjahr

Sonstige Infos:

Die oberirdischen Teile sind einjährig und sterben nach der Samenbildung ab, das Rhizom überdauert jedoch und treibt im Folgejahr neu aus (bezogen auf die Wildform).

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Lupuli strobulus (alte Bez.: Stroboli Lupuli Syn.: Flores Humuli Lupuli, Strobili Humili, Strobulus Lupuli u.a.)
Hopfenzapfen, Hopfenkätzchen, Hopfendolden (weibliche Blüten)

Inhaltsstoffe: Harzsubstanzen mit Bitterstoffen, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, u.a.

Die Blütenstände des Hopfens gelten als leichtes Beruhigungsmittel bei nervösen Unruhezuständen und findet sich in der Naturheilkunde häufig zusammen mit anderen Pflanzen in pflanzlichen Beruhigungsmitteln sowie in Präparaten zur Anregung der Magensaftbildung. Die Volksheilkunde erwähnt den Hopfen des weiteren zur äußerlichen Behandlung von Geschwüren und Hautverletzungen.

Lupuli glandula (Syn.: Glandulae Lupuli, Lupulinum)
Hopfendrüsen, Hopfenmehl, Lupulin

Inhaltsstoffe: Harzsubstanzen mit Bitterstoffen, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, u.a.

Anwendung wie Strobuli Lupuli – Hopfenzapfen

 

Für Kosmetik & Pflege

Hopfentriebe werden für Entspannungsbäder als Badezusatz verwendet.

 

In der Küche

Neben der verbreiteten Nutzung als Geschmacksgeber für Bier findet Hopfen auch in Teemischungen Verwendung. Die jungen Hopfentriebe können auch als Spargelgemüse gekocht werden.

 

Für Dekorationen

In Duftkissen finden die Hopfenzapfen ebenso Verwendung wie in Potpourries, Kräutersträußen (frische und getrocknete) und eigent sich durch die eigene Rankform optimal für Girlandenbindungen und Kränze.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Aus dem frühmittelalterlichen Latein stammt der Gattungsname Humulus. Lupulus, ebenfalls aus dem lateinischen entlehnt, steht für die Verkleinerungsform von Lupus (Wolf) als Anspielung auf die „pflanzenwürgende“ Eigenschaft dieser Kletterpflanze.

Erste Erwähnung findet der Hopfen jedoch schon lange vor dem Mittelalter: Plinius charakterisierte den Hopfen als beliebte Garten- und Gemüsepflanze. Bereits im 8. Jahrhundert kultiviert wurde er zur Konservierung und Aromatisierung genutzt – und natürlich auch zum Bierbrauen. Die heutige Bezeichnung „Hopfen“ wurde jedoch erst im 11. und 12. Jahrhundert geprägt.