Artemisia vulgaris L.

Synonyme: Artemisia lactiflora, Artemisia samamisica

Einjähriger Beifuß; Foto: Kristian Peters
Einjähriger Beifuß; Foto: Kristian Peters

Gemeiner Beifuß

Volkstümliche Namen:
Jungfernkraut, Johanniskraut, Johannishaupt, Fliegenkraut, Gänsekraut, Besenkraut, Wilder Wermut u.a.

Familie: Asteracae / Korbblütlergewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Asternartige

Vorkommen: Europa, Asien

Hinweise

 

Kontaktallergien möglich

Nicht in der Schwangerschaft verwenden!

Gehört zu den Artemisien

notfall

Beschreibung:

Häufig steht er unbeachtet am Wegesrand: Der Gemeine Beifuß. Seine dicht und buschig wachsenden Zweige sind am Stiel oft leicht rötlich unterlaufen, doch sitzen auf den stark verzweigten, weich behaarten Ästchen schmale, fiederige Blätter, deren Oberseite grün, die Unterseite weißlich grau ist und einen aromatischen Duft verströmt.

Die Blüten sitzen in Rispen gelb bis braunrötlich an Zweigen, deren Blätter etwas kleiner sind, als die der unbeblüten Zweige.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: mehrjährig, Staude
Blütezeit: Juli bis September
Erntezeit: Mai bis Juli
Ernte: Blätter, Triebspitzen, ganze Zweige
Konservierung: trocknen
Standort: sonnig, lockerer, gut entwässerter Boden, sandig
Pflegeanspruch: anspruchslos, im Frühjahr kräftig zurückschneiden
Vermehrung: Aussaat, Teilung

Weitere Pflanzen-Infos:
Der Gemeine Beifuß gehört neben Estragon zu den wenigen Artemisia-Arten, die ihre Nachbarn nicht im Wachstum hemmen und sich daher auch für Bauerngärten eignen. Optimaler Pflanzabstand: 0,5 bis 0,8 m.

Flora Batava. Afbeelding en beschrijving der Nederlandsche Gewassen. (1906) Abb. Biolib.de

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Artemisiae herba (alte Bez.: Herba Artemisiae)
Beifusskraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Psilostachin, lipophile Flavonolderivate, u.a.

Die Volksheilkunde erwähnt den Beifuß vor allem als Heilmittel bei Erkrankungen und Verstimmungen des Verdauungsapparates sowie bei Appetitlosigkeit und Magenbeschwerden.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Heute wird der Beifuß nicht mehr so verbreitet verwendet, doch eignet er sich hervorragend für die Würzung kräftiger und fettiger Speisen wie Braten, Soßen und mehr.

 

Für Dekorationen

Die optischen Reize des Beifuß liegen unter anderem in seinen weißlichen Blätterunterseiten, die besondern in Kräutersträußen, Kränzen und Girlanden gut zur Geltung kommen.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Die botanische Bezeichnung „Artemisia“ steht schon seit Dioskurides und Plinius für den Gemeinen Beifuß und seine Verwandten. Bezogen auf die Göttin Artemis und andere ihr gleichgesetzte göttliche Personifikationen der Antike (beispielsweise Ilithia als Göttin der Geburt) werden diese Kräuter in Griechenland und dem alten Rom als Heilmittel im gynäkologischen Bereich genannt sowie als Magenmittel erwähnt.

Die deutsche Bezeichnung der Art des „Gemeinen Beifuss“ geht aus dem Aberglauben hervor, dass ein um den Fuß gebundener Zweig vor Müdigkeit, aber auch vor der „Dämonischen Krankheit“ (=Epilepsie) schützen können soll.