Bellis perennis L.

Das Gänseblümchen gehört wohl zu den Pflanzen, die jedes Kind kennt. Als Orakelblume, als Heilpflanze und als Wildgemüse macht die kleine Schönheit aus der Familie der Korbblütler stets eine gute Figur.

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Gänseblümchen; Foto: Sabrina Kirsten

Volkstümliche Namen des Gänseblümchens:
Massliebchen, Tausendschön, Marlinen, Sonnenblümchen, Baldurs Auge, Märzresel, Augenblümchen, Marienblümchen, Möppelchen, Himmelblume, Katzenblume, Peterblümchen

Familie:Asteraceae / Korbblütengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Asternartige

Vorkommen: Europa, Nordamerika; Wiesen, Weiden

Hinweise

Das Gänseblümchen
wurde zur
Heilpflanze des Jahres 2017
(NHV Theophrastus)
gewählt

 

 

 

Gänseblümchen Grafik Pflanze

Beschreibung:

Das bekannte und beliebte Gänseblümchen ist eigentlich in fast jedem Garten zu finden, in dem eine kleine Wiese ist. Es wird bis zu 15 cm hoch und wächst aus einer grundständigen Blattrosette, deren Blätter oval, kräftig grün und spatelförmig sind. Daraus steigen auf dünnen, doch kräftigen Stängeln die Blüten in die Höhe, deren weiße Zungenblüten die gelben Röhrenblüten in der Mitte umrahmen.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig / Staude
Blütezeit: März bis November
Erntezeit: März bis November
Ernte: Blüten nach Bedarf, junge Blätter im Frühjahr
Konservierung: trocknen
Standort: sonnig, humoser Boden
Pflegeanspruch: anspruchslos; humoser Boden sorgt für üppigen Wuchs
Vermehrung: Teilung

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Bellidis flos und Bellidis herba (alte Bez.: Herba Bellidis)
Gänseblümchenblüten / Gänseblümchenkraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe, u.a.

Das unscheinbare Gänseblümchen findet in der Volksheilkunde seine Verwendung als Tee. Es wird als Heilpflanze als Blutreinigungsmittel, bei entzündlichen Hauterkrankungen, rheumatischen Beschwerden sowie in Frühjahrskuren eingesetzt.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Das Gänseblümchen eignet sich optimal als Ergänzung für Salate, Gemüsespeisen, als Tee und aufs Butterbrot. Die Blüten können eingelegt als „falsche Kapern“ verwendet werden. Auch für Garnierungen ist das Gänseblümchen gut geeignet, wobei sowohl die Blüte als auch die ganze Pflanze verwendet werden kann. Das Aroma der Pflanze bringt ein leicht nussiges Flair in viele Rezepte. Auch in unserem „Blüten Spezial“ rund um essbare Blüten ist das Gänseblümchen neben vielen weiteren Blüten zu finden. Da es die meiste Zeit des Jahres verfügbar ist, kann das Gänseblümchen nahezu durchgängig frisch im Garten geerntet werden.

 

Für Dekorationen

Aufgrund seiner Größe ist das Gänseblümchen für Dekorationen nur bedingt geeignet. Es lässt sich aber schön zu frischen Blumenkränzen verarbeiten oder in kleinen Pflanztöpfen als Blickfang gestalten.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Von Linné erhielt das Gänseblümchen seine wohlklingende wissenschaftliche Bezeichnung – bellus (=hübsch, schön) und perennis (ausdauernd). Er bezieht sich dabei auf die lange Blühzeit der Pflanze selbst unter einfachsten Bedingungen und das bescheidene, doch hübsche Aussehen. Somit hat die kleine Bellis perennis heute den Ruf, für schlichte Schönheit und Anmut zu stehen.

In der Mythologie findet sich das Gänseblümchen als Zeichen der nordischen Frühlingsgöttin Ostara. Später wurde diese Bedeutung durch die Christianisierung übernommen und das Gänseblümchen als Marienblümchen deklariert, das durch die Tränen der Jungfrau Maria auf der Flucht nach Ägypten gewachsen sein soll.

Auch bei den Kelten war das „Gänseblümchen“ bekannt. Als Zeichen des Jahresrhythmus der Sonne standen die Gans und auch das Gänseblümchen als Symbole im Vordergrund. Die Göttin wurde als kosmische Gänsemagd betrachtet, die wie ein Dorfmädchen die Gänseschar am Morgen (Frühling) auf die Wiese und am Abend (Herbst) zurück in den Verschlag bringt. Da das Gänseblümchen über den gesamten Zeitraum von Frühling bis Herbst blüht, wurde es mit der Gänsemagd-Göttin identifiziert.

Auch im Mittelalter finden sich Hinweise auf einen recht hohen Stellenwert: In seinem Kräuterbuch empfiehlt Fuchs es unter dem Namen „Maßliebchen“ und zählte es zu den Heilpflanzen u.a. bei Gicht und Hüftschmerzen.

Bis heute hat sich auch die Überlieferung des Gänseblümchens als „Liebesorakel“ im Gedächtnis vieler Kräuterfreunde gehalten: Das verliebte, junge Mädchen pflückte hierfür ein Gänseblümchen, dem es mit abwechselnder Bedeutung mittels „Er liebt mich“ und „Er liebt mich nicht“ die Blütenblätter auszupfte. Das zuletzt gezupfte Blütenblatt solle demnach die Antwort geben, ob der Herzallerliebste die junge Liebe erwidert.

 

Ein interessanter Beitrag rund um das Gänseblümchen findet sich auch in der ARD Mediathek

 

 

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