Alchemilla xanthochlora L.

Synonym: Alchemilla vulgaris, Alchemilla pratensis

Frauenmantel, Foto: Wikipedia
Frauenmantel, Foto: Wikipedia

Gemeiner Frauenmantel

Volkstümliche Namen:
Echter Sinau, Taublatt, Tauschlüsselchen, Taubhechel, Wundwurz, Alchimistenkraut, Frauenhilf, Marienkraut

Familie: Rosaceae / Rosengewächse
Untergruppe: Rosenartige

Vorkommen: auf der gesamten Nordhalbkugel

Hinweise

Nicht in der Schwangerschaft verwenden!

 

 

notfall

Beschreibung:

Der Frauenmantel ist zwischen 15 und 50 cm hoch, mit gelbgrünen Blüten in lockere Rispen. Die rosettenartigen Blätter sind weich, blaugrün und leicht behaart. Die Blätter haben eine fast runde Form, wobei jedoch die Ränder leichte Bögen aufweisen und gezähnt sind. Als Besonderheit finden sich auf den Rändern austretende kleine Wassertröpfchen.

Der Stengel ist leicht abgeflacht, haarig, und verästelt

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig (winterhart) / Staude
Blütezeit: Mai bis August
Erntezeit: Mai bis August
Ernte: vorzugsweise bei Bedarf die Blätter oder das blühende Kraut
Konservierung: Blätter trocknen
Standort: sonnig, teilschattig; Lehmboden
Pflegeanspruch: nach der Blüte kräftig zurückschneiden, mit Kompost düngen
Vermehrung: Teilung (Spätwinter oder zeitiges Frühjahr) oder Saat (Frühjahr)

Sonstige Pflanz-Infos:
Beim Pflanzen sollte ein Abstand von ca. 60 cm zwischen den Pflanzen eingehalten werden.

Für den Innenanbau nur bedingt geeignet – evtl. kleine Pflanzen

Frauenmantel; Thomé, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Abb. Biolib.de
Frauenmantel; Thomé, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Alchimillae herba (alte Bez.: Herba Alchimillae )
Frauenmantelkraut

Inhaltsstoffe: vorwiegend Gerbstoffe und Flavonoide

Der Tee des Frauenmantelkrauts soll Beschwerden bei Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden lindern können und wird außerdem bei Magen-Darm-Beschwerden sowie als Gurgelmittel bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes eingesetzt (beispielsweise auch nach Zahnbehandlungen).

 

Für Kosmetik & Pflege

Frauenmantelessenzen werden besonders bei Akne und / oder großporiger Haut als Dampfbad verwendet oder aber zu Tonic verarbeitet.

 

In der Küche

Durch ihren leicht bitteren Geschmack geben junge Frauenmantelblätter Salaten eine besondere Note.

 

Für Dekorationen

Für Dekorationen ist Frauenmantel nur bedingt geeignet, kann jedoch in Kräutersträußen mit seinen schönen Blättern für ein harmonisch abgerundetes Bild sorgen.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der lateinische Name leitet sich von dem Glauben ab, dass die Tautropfen an den Blätterrändern eine geheimnisvolle Essenz („himmlisches Wasser“) für die Gewinnung des „Stein der Weisen“ seien (Alchemie, vom arabischen alkemelych).

Bereits bei den Germanen als Heilpflanze der Fruchtbarkeitsgöttin Frigga geschätzt, wurde nach der Christianisierung in Anlehnung an die Marienverehrung der Name „Marienmantel“, „Frauenmantel“ mit indirektem Hinweis auf die Heilfähigkeiten in der Frauenheilkunde geprägt. Auch Hildegard von Bingen empfahl diese Pflanze vornehmlich bei Frauenleiden.