Artemisia dracunculus L.

Syn.: Artemisia inodora, Artemisia redowskyi, Oligosprus condimentarius

Estragon, Foto: Cillas / Wikipedia.de
Estragon, Foto: Cillas / Wikipedia.de

Estragon

Volkstümliche Namen:
Schlangenkraut, Bertram, Dragon, Dragonkraut, Escadronkraut, Kleiner Dracheu.a.

Familie: Asteracae / Korbblütlergewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Asternartige

Vorkommen: Europa, Asien

Hinweise

Allergien möglich, bes. Kontaktallergien,

keine medizinische Wirkung belegt;
von Verwendung als Heilkraut wird daher
abgeraten (enthält Estragol)

Nicht in der Schwangerschaft verwenden!

Gehört zu den Artemisien

notfall

Beschreibung:

Der Estragon wächst breitbuschig bis zu 1 m hoch und trägt schmale, glänzende, lanzettliche Blätter, die auf der Unterseite mit Öldrüsen besetzt sind und ein leicht bitter-pfeffriges Aroma abgeben. Er wächst aus einem hellbraunen, spröden Wurzelstock.

Die Stengel sind rund, gefurcht und verästelt. Während der obere Bereich der Stengel hellgrün ist, wird er nach unten hin braun und spröde. Die Blüten sind gelblich bis weiß, kugelig, bilden jedoch bis auf die Ausnahme des russischen Estragon (der jedoch kein Estragon-Aroma enthält) in gemäßigtem Klima keine Samen.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig, Staude
Blütezeit: Juli bis September
Erntezeit: April bis Oktober
Ernte: Blätter, Triebspitzen nach Bedarf
Konservierung: trocknen, Essig und Öl
Standort: sonnig bis halbschattig, lockerer, Boden, leicht feucht, sandig
Pflegeanspruch: Kompostdünger, Winterschutz, im Frühjahr zurückschneiden
Vermehrung: Aussaat (Frühjahr), Teilung im Spätsommer

Weitere Infos:

Eignet sich neben dem Gemeinem Beifuß als einzige Artemisienart auch für die Anpflanzung im Bauerngarten.
Optimaler Pflanzabstand: 0,5 bis 0,8 m.

 

Estragon, Bildausschnitt Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt (1897), Abb. Biolib.de
Estragon, Bildausschnitt Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt (1897), Abb. Biolib.de

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Herba Dracunculi (Syn.: Dracunculi herba)
Estragonkraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl mit Estragol, Phellandren u. Ocimen , Bitterstoffe, Gerbstoffe u.a.

Die medizinischen Anwendungsgebiete des Estragons aus Sicht der Volksheilkunde werden im Bereich von Verdauungsstörungen, Muskelkrämpfen, Rheuma und Wassersucht beschrieben. Dennoch ist von einer Verwendung abzuraten, da die Wirkung nicht wissenschaftlich bestätigt ist und der Gehalt an Estragol als erbgutschädigender Stoff einer Nutzung als Heilmittel entgegensteht.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Frisch und getrocknet eignet sich der Estragon für die Würzung von Salaten, Suppen, Saucen und Fleischgerichten. Besonders erwähnenswert ist auch seine Würzkraft für Kräuteressige, zum Einlegen von Gurken sowie für die Senfherstellung. Des weiteren ist er für Kräuterbutter, Fischgerichte, Mayonaise sowie Eierspeisen eine besondere Würzkomponente.

 

Für Dekorationen

Auch der Estragon kann wie seine Verwandten in hübschen Kräuterarrangements verwendet werden, wobei er sich für trockene Gestecke ebenso eignet wie für frische Sträuße. Auch für Kranzbindungen und Kräutergirlanden kann Estragon genommen werden.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der Estragon wird als das einzige traditionelle Gewürz der deutschen Küche gesehen, das bei den Römern unbekannt war – seine ersten Erwähnungen stammen aus dem 2. Jahrtausend vor Chr. im chinesischen Raum. Von dort soll er seinen Weg über die Araber in den Mittelmeerraum gefunden haben und von den Kreuzfahrern mitgebracht worden sein.

Die botanische Bezeichnung leitet sich von „Kleiner Drache“ her und bezieht sich vermutlich auf die rötlichen Blätter des Krauts von denen man bisweilen sogar glaubte, dass sie vor Schlangenbissen schützen könnte.