Althaea officinalis L.

Eibisch / Weiße Malve

Volkstümliche Namen:
Heilwurz, Sammetpappel, Ibischwurz, Stockwurz, Kindbett-Tee, Mundrosenblätter, Schleimwurz, Ipsche, Ibisch, Althee, Weiße Malve

Familie: Malvaceae / Malvengewächse
Untergruppe: Malvenähnliche

Vorkommen: Europa

 

Hinweise

Kann bei übermäßiger Nutzung zu Verdauungsbeschwerden führen.

 

 

notfall

Beschreibung:

Mit seinem aufrecht, buschigem Wuchs von bis zu 1,5 m Höhe fällt der Eibisch in einem garten schnell auf: Er hat behaarte, kaum verzweigte Stengel, die von wechselständigen, herzförmigen Blättern und weißlich-rosa-violetten, trichterförmigen Blüten umrahmt werden, welche sich nach oben hin mehren.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig (winterhart) / Staude
Blütezeit: Juni bis August
Erntezeit: Juni bis November
Ernte: Blüten und junge Blätter pflücken, Wurzel im Herbst ausgraben
Konservierung: Samen und Blätter trocknen, Wurzeln säubern und trocknen oder zu Sirup verarbeiten.
Standort: sonnig
Pflegeanspruch: bei Trockenheit gießen
Vermehrung: Teilung im Herbst

Sonstige Infos:
Beim Pflanzen sollte ein Abstand von 30 cm zwischen den Pflanzen eingehalten werden. Im zweiten Jahr ausdünnen (auf 60 cm Abstand) Gedeiht nur im Freien und ist eine optimale Bienenpflanze.

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Althea flos (alte Bez.: Flores Althaea)
Syn.: Flores Hibisci, Flores Bismalvae
Altheeblüten

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, überwiegend aus Galactose, Rhamnose, Galacturonsäure, Arabinose und Glucose

Eibischblütentee, oder auch Altheeblütentee wird vorwiegend bei Erkrankungen der Atemorgane angewandt und ist beispielsweise hustenreizlindernd.

Althea folium (alte Bez.: Folia Althaea)
Syn.: Folia Hibisci, Folia Bismalvae, Herba Malvae Visci
Eibischblätter

Inhaltsstoffe und Verwendung: wie Altheeblüten jedoch mit leicht höherem Wirkstoffgehalt

Althea radix (alte Bez.: Radix Althaea)
Syn.: Radix Hibisci, Radix Bismalvae, Radix Malvae Visci
Eibischwurzel
Syn.: Bismalvawurzel, Altheewurzel, Heilwurzel, Schleimwurzel, Weiße Süßholzwurzel, Driantenwurzel

Inhaltsstoffe und Verwendung: wie Altheeblüten jedoch mit leicht höherem Wirkstoffgehalt; zusätzliche Anwendung bei Geschwüren, Abzessen und Verbrennungen der Haut.

Die Eibischwurzel wird als Mazerat angesetzt (in kaltem Wasser)

 

Für Kosmetik & Pflege

In den Blättern und der Wurzel finden sich Wirkstoffe, die bei rissigen Händen, Sonnenbrand und bei trockenem Haar eingesetzt werden können.

In der Küche

Die Samen sind eine interessante Ergänzung im Salat, ebenso können die Blüten und jungen Blätter im Salat verarbeitet werden und sorgen hier auch dafür, dass das „Auge mit isst“. Blüten und Blätter können außerdem zu Gemüse gekocht werden.

 

Für Dekorationen

Der Eibisch ist am besten für frische Kräutersträuße geeignet, macht sich jedoch auch allein in der Vase sehr schön.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Ursprünglich soll der Eibisch aus China kommen, war jedoch auch schon den alten Ägyptern und Syrern bekannt. Laut der historischen Römer-Küche wurde der Eibisch auch als Suppenkraut oder in Spanferkelfüllungen verwendet.

Aus dem Eibisch wurden früher „Marshmallows“ (Mallow = engl. Name des Eibischs) hergestellt. Den Ursprung der Marshmallows vermutet man zwar in den USA, eigentlich jedoch liegt er in der französischen Küche. Heute werden dafür jedoch Ersatzstoffe verwendet.

Scheinbar sollte er zu früheren Zeiten auch Babys beim Zahnen helfen. Man gab den Babys eine Wurzel zum „Draufrumkauen“ – evtl. auch bei Erkältungen bzw. Husten, vergleichbar mit unseren heutigen Hustenbonbons.