Veronicae officinalis L.

Echter Ehrenpreis

Volkstümliche Namen:
Waldehrenpreis, Arznei-Ehrenpreis, Grundheilkraut, Wundheilkraut, Allerweltsheil, Frauenlist

Familie: Plantaginaceae / Wegerichgewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Lippenblütlerartige

Vorkommen: Europa, Vorderasien, Nordamerika

Hinweise

Keine wissenschaftlichen Belege über die Wirkungsweise,
daher nicht für die Therapie zu empfehlen.

  „Staude des Jahres 2007“
Bund deutscher Staudengärtner

 

notfall

Beschreibung:

Der Ehrenpreis erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 20 cm. Der Stängel ist graugrün, weich behaart und wächst im unteren Drittel häufig niederliegend und erst dann aufrecht. Bisweilen schlägt er auch weitere Wurzeln und bildet kleinere Teppiche. Die Blätter sind lanzettlich, leicht oval, kurz gestielt und an den Rändern leicht gezähnt.

An den Stielspitzen bilden sich traubenförmige Blütenstände, welche dicht mit hellblauen bis weißlichen, manchmal auch lilafarbenen Blüten besetzt sind. Die Blüten sind ca. 5 bis 8 mm groß mit kurzen Blütenstielen. Die Kapselfrüchte sind herzförmig, behaart und wirken „zusammengedrückt“.

Lebensform: mehrjährig / Staude
Blütezeit: Mai bis August/September
Erntezeit: während der Blüte
Ernte: ganzes Kraut
Konservierung: trocknen
Standort: trockene, kalkarme Böden
Pflegeanspruch: –
Vermehrung: Absenker

Sonstige Infos:
Über die Heilwirkung gibt es keine wissenschaftlichen Belege, die die Nutzung nach der Volksmedizin unterstützen.

Der Bund deutscher Staudengärtner hat den Ehrenpreis und seine „Verwandten“ (Veronica und Veronicastrum) zur „Staude des Jahres 2007“ gewählt.

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Veronicae herba (alte Bez.: Herba Veronicae; Syn. Herba Betonicae albae)
Ehrenpreiskraut

Inhaltsstoffe: Iridoidglucoside, Flavonoide, Triterpensaponine, Gerbstoffe, Chlorogensäure, Kaffeesäure u.a.

Die Volksheilkunde empfiehlt den Ehrenpreis vorrangig bei Erkrankungen der Atemwege und grippalen Infekten. Des weiteren finden sich Hinweise bei Verdauungsbeschwerden, Rheuma, Gicht sowie als harntreibendes Mittel als Linderungsarznei.

All diese Anwendungsbereiche werden jedoch heute nicht mehr angewandt, da die Wirkungsweisen nicht wissenschaftlich belegt sind. Lediglich eine leichte hustenauswurffördernde Wirkung ist bestätigt, weshalb sich der Ehrenpreis heute bisweilen noch in Erkältungsteemischungen findet.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Ähnlich wie die Brunnenkresse kann der Echte Ehrenpreis als Salat oder Gemüse verzehrt werden, wobei besonders die Blüten auch einen dekorativen Nutzen haben.

 

Für Dekorationen

Die vielfältigen Ehrenpreisarten eignen sich für jegliche Arten der Dekoration. Ob im Blumenstrauß (größere Arten wie Veronica longifolia / Langblättriger Blauweiderich) oder im Steingarten (Veronica peduncularis / Gestielter Ehrenpreis) oder natürlich auch der Echte Ehrenpreis an sich.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der Gattungsname könnte eine Verstümmelung des Namens „Betonica“ sein, der bereits von Plinius erwähnt worden sein soll. Es ist allerdings unbekannt, ob auch im Altertum der Pflanze eine Heilwirkung zugeschrieben wurde. Eine weitere Möglichkeit ist jedoch – und das klingt im Vergleich mit den volkstümlichen Namen wie Grundheilkraut wohl wahrscheinlicher – die Abstammung von der Vermischung der Bezeichnung „Vera unica“, also „einzig wahres Heilmittel“, dass im Volksmund des Mittelalters zu „Veronica“ wurde.

Anders hingegen sieht es im Mittelalter aus: Die hohe Wertschätzung des Krautes wird ebenfalls durch den heute gebräuchlichen Namen „Ehrenpreis“ deutlich und wird durch die Erklärungen aus dem „Kreutterbuch“ von Leonard Fuchs eindrucksvoll untermalt: „… von wegen seiner trefflichen Krafft und Würckung, so es hat in heylung der wunden und geschwären.“