Dictamnus albus L.

Synonyme: Dictamnus fraxinelle, Fraxinelle dictamnus

Diptam, Foto: Jean-Pol Grandmont
Diptam, Foto: Jean-Pol Grandmont

Weißer Diptam

Volkstümliche Namen:
Aschwurz, Deiwelspflanz, Eschenwurz, Feuerpflanze, Flammender Busch, Hirzwurz, Gichtwurz, Springwurz, Spechtwurz, Spritzessigkraut, Weißer Dictam, Weißer Diptam, Hexenkraut, u.a.

Familie: Rutaceae / Rautengewächse
Untergruppe: Rosenähnliche
Ordnung: Seifenbaumartige

Vorkommen: Europa

Hinweise

Die Blätterdrüsen geben im Frühjahr brennbares Gas ab
daher auch volkstümliche Namen wie
Feuerpflanze u. Flammender Busch

Wildform ist gefährdet,
steht unter Naturschutz.

Enthält giftige Inhaltsstoffe

 

notfall

Beschreibung:

Der Diptam entwickelt im Frühsommer traubige Blütenstände. Die Blüten sind weiß, rosa oder lila und haben lange Staubblätter. Der zitronige Duft ist im Frühjahr schon von Weitem vernehmbar. Die Drüsen der Blätter geben in dieser Zeit so viel ätherisches Öl ab, dass ein brennbares Gas entsteht.

Im Hochsommer entwickeln sich die Fruchtknoten, trocknen im Wind, wodurch die Fruchtschalen aufbrechen und die birnenförmigen Samen (ca. 4 mm groß) hinausschleudern. Das „Knacken“ beim Aufbrechen wird verstärkt wahrgenommen, da der Diptam in der Regel in Gruppen wächst und dadurch die Blüten „gemeinsam knacken“.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig
Blütezeit: Mai und Juni
Erntezeit: Samen im Hochsommer
Ernte: junge Blätter, Wurzel im Herbst
Konservierung: trocknen
Standort: halbschattig, trockene, kalkhaltige und stickstoffarme Böden
Pflegeanspruch: anspruchsvoll
Vermehrung: Direktsaat

Sonstige Pflanz-Infos:
Wildform steht unter Naturschutz, kann sich an sehr heißen, sonnigen Tagen auch „selbst entzünden“.

Diptam,  Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1905, Abb. Biolib.de
Diptam, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1905, Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Dictamni folium (alte Bez.: Folia Dictamni, Herba Dictamni, Herba Dictamni alba)
Diptamblätter

Dictamni albi radix (alte Bez.: Radix Dictamni alba, Radix Fraxinellae)
Diptamwurzel

Dictamni albi radicis cortex (alte Bez.: Cortex radicis Dictamni, Cortex Dictamni radcis)
Diptamwurzelrinde

alle Formen:

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Alkaloide, Saponine, Bitterstoffe, Anthocyane und Flavonglykoside. u.a.

Die volkstümliche Heilkunde rät seit dem Mittelalter die Nutzung des Diptams als Wundheilmittel, harntreibendes Mittel sowie in Kombination mit Mistel und anderen Kräutern bei Epilepsie. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es auch Hinweise für die Behandlung von Magenleiden sowie als Einreibung gegen Rheuma.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

 

Für Dekorationen

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der Diptam wird bereits bei Virgil und Aristoteles genannt und leitet von deren Bezeichnung dictamnus von dicte (Berg auf Kreta) und thamnos (Strauch) seine heutige Gattungsbezeichnung ab. Doch auch, wenn die Pflanze damit bereits sehr früh bekannt war, wird sie als Heilpflanze erst von Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert erwähnt.

In alten Überlieferungen finden sich jedoch Legenden, nach denen von Pfeilen getroffene Hirsche und auch Ziegen diese Pflanze fressen, um zu genesen (Wundheilmittel).