Anethum graveolens L.

Synonym: Pastinaca graveolens, Ferula graveolens, Angelica graveolens, Peucedanum graveolens, Selinum anethum, Pastinaca anethum u.a.

Dill Blütendolden, Foto: Holger Casselmann
Dill Blütendolden, Foto: Holger Casselmann

Gemeiner Dill

Volkstümliche Namen:
Gurkenkraut, Dillfenchel, Bergkümmel, Teufelsdill

Familie: Apiaceae / Doldenblütler
Untergruppe: Asternähnliche

Vorkommen:
Europa, insbesondere Mittelmeerraum, Kulturen mit gemäßigtem Klima

Hinweise

Reich an Mineralsalzen

 

notfall

Beschreibung:

Der aufrecht, buschige Dill wird bis zu 1,35 m hoch und hat fein gefiederte, blaugrüne Blätter, die aromatisch duften. Der Stängel ist hohl, feingerillt und verästelt. Oben auf der einstengeligen Dillpflanze befindet sich die golbe Dolde von bis zu 20 cm Durchmesser mit winzigen, sehr aromatischen Blüten. Die reifen Samen sind flach, oval, mit bräunlicher Färbung.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: einjährig, winterhart
Blütezeit: Juni bis August
Erntezeit: Mai bis November
Ernte: junge Blätter können fortlaufend gepflückt werden, Blüten schneiden, Früchte, wenn sie bräunlich werden
Konservierung: Blätter trocknen oder einfrieren, Samen trocknen, Blütenköpfe oder Samen in Essig ansetzen
Standort: sonnig, windgeschützt
Pflegeanspruch: gleichmäßig feucht halten
Vermehrung: Aussaat im von Frühjahr bis Juni

Sonstige Pflanz-Infos:
Beim Pflanzen sollte ein Abstand von 30 cm zwischen den Pflanzen eingehalten werden, nah bei anderen Pflanzen wie Salat hält Dill Schädlinge fern. Nicht jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft zu Fenchel – können sich gegenseitig befruchten und Aroma vermischen.

Gedeiht bedingt auch im Haus.

Dill, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1905, Abb. Biolib.de
Dill, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1905, Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Anethi fructus (alte Bez.: Fructus Anethi)
Dillsamen

Anethi herba (alte Bez.: Herba Anethi)
Dillkraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Cumarine, Furanocumarine, Kaffesäurederivate u.a.

Die Samen ebenso wie das Kraut des Dills haben eine anregende Wirkung auf die Magensaftsekretion und wirken beruhigen auf den Magen-Darm-Trakt.

 

Für Kosmetik & Pflege

Ein konzentrierter Sud aus Dillsamen ergibt ein wunderbares Hand- und Fußbad zur Stärkung der Nägel.

 

In der Küche

Gerade hier ist der Dill wohl kaum wegzudenken: Die nur leicht aromatischen getrockneten Dillblätter / Dillspitzen, dürfen großzügig verwendet werden und runden Suppen, Fisch, Grillfleisch, Kohlgerichte, Kartoffeln und Salate schön ab. Insbesondere bei Gurken jeglicher Art – ob eingemacht oder bei Salatgurken – macht Dill eine gute Figur. Übrigens sind die Samen während einer salzfreien Diät eine gute Unterstützung durch ihre mineralsalzreichen Inhaltsstoffe.

 

Für Dekorationen

Für dekorative Zwecke ist Dill nur bedingt geeignet, evtl. als Alternative zu Schleierkraut und Gräsern in einem schönen Kräuterstrauß

 

Überlieferungen / Aberglaube

Im Aberglauben finden wir Überlieferungen des Dills zu Hauf: Als Schutzkraut gegen Hexen und Dämonen schützt er Kleinkinder (kleines Säckchen mit Salz, Dill und Kümmel wurde um den Hals gehängt) und neugeborene Tiere (und das ganze Vieh durch Dill im Futter) und erleichtert unter das Bett gelegt Gebärenden die Geburt (Mensch und Tier). Besonders in der Walpurgisnacht wurde allen Haus- und Hofmitgliedern mit Dill zu einer ruhigen, geschützten Nacht verholfen.

Die Hausfrau selbst sollte bei jeglichen Bäckereien ein wenig Dill bei sich tragen, damit auch der Teig nicht verhext werden kann. Ebenso wichtig ist Dill für Bräute … „Ich hab Salz, ich hab Dill, mein Mann muß machen was ich will!“ soll mit Dill im Schuh vor dem Traualtar der Frau die „Herrschaft“ in der Ehe bringen.