Calendula officinalis L.

Ringelblumen-Blüten; Foto: Annika Patan
Ringelblumen-Blüten; Foto: Annika Patan

Synonym: Caltha officinalis

Ringelblume / Calendula

Familie: Asteraceae / Korbblütengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Asternartige

Vorkommen: Europa, Westasien, USA

Hinweise

kann Allergien auslösen

übermäßiger Gebrauch kann zu Unverträglichkeiten und Kontaktekzemen führen

Arzt konsultieren, wenn die Symptome sich nicht innerhalb weniger Tage bessern

 

notfall

Beschreibung:

Die im Schnitt ca. 40 bis 50, teilweise bis zu 70 cm hohe Ringelblume fällt vor allem durch ihre 4 bis 7 cm großen goldgelben bis orange-rötlich Blüten auf, die den ganzen Sommer über zu blühen scheinen.

Die Blätter sind wechselständig, von einem hellen grasgrün und spatelförmig, je näher die Blätter zur Blüte hin kommen, desto schmaler werden sie, bis sie im oberen Bereich lanzettenähnlich wirken. Der Stängel ist ebenfalls hellgrün, fleischig und zumeist stark verästelt sowie fein behaart. Nach dem Pflücken von Ringelblumen sind die Hände meist leicht „klebrig“.

Die Samen sind ca. 6 mm lang, gebogen, und erinnern ein wenig an ein knorriges Rückrad oder eine vertrocknete Assel mit kleinen Widerhaken.

Informationen für den Anbau

Lebensform: einjährig
Blütezeit: Juni bis Oktober
Erntezeit: Juni bis Oktober
Ernte: zarte Blätter möglichst jung abzupfen, Blüte sobald geöffnet
Konservierung: Blüten bei niedriger Temperatur trocknen oder in Öl einlegen

Standort: bevorzugt halbschattig bis sonnig
Pflegeanspruch: anspruchslos, lediglich regelmäßiges Ausputzen notwendig
Vermehrung: direkte Aussaat im Beet, Abstände ca. 20 – 30 cm, schnelle Ausbreitung durch starke Samenbildung; „ständige“ Blüte bei regelmäßig entfernten Blütenköpfen

Sonstige Pflanz-Infos:
Blüht auch in Töpfen sehr schön, im Handel auch gefüllte Sorten als Samen erhältlich.

Der Ringelblume wird auch eine „schneckenabwehrende“ Wirkung nachgesagt – es kann also nicht verkehrt sein, bei Schnecken beliebte Pflanzen mit Ringelblumen zu „umzäunen“.

Calendula_officinalis_-_Köhler–s_Medizinal-Pflanzen-024
Calendula officinalis – Köhler–s Medizinal-Pflanzen-024“ von Franz Eugen Köhler, Köhler’s Medizinal-Pflanzen – List of Koehler Images. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Werbung

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Calendulae flos (alte Bez.: Flores Calendulae)
Ringelblumenblüten

Inhaltsstoffe: Triterpensaponine, Triterpenalkohole, Taraxasterol, Faradiol, Arnidiol, Heliantriol, Sterole, Carotinoide, Flavonoide, Cumarine, ätherisches Öl u.a.

Es wird unterschieden zwischen den reinen Blütenblättern (Flores Calendulae sine calycibus) und den Ringelblumenblüten mit Kelch (Flores Calendulae cum calycibus), wobei die Verwendung beider Sorten keinen großen Unterschied macht. Bei Ersteren handelt es sich um die Blütenblätter der völlig entfalteten Blüte, bei den anderen um die getrockneten, grob zerkleinerten Blütenkörbchen.

Die Wirkungsweise ist bakterienhemmend, entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, immunstimulierend und leicht beruhigend/ausgleichend. Zu früheren Zeiten wurden Calendulablüten für eine Vielzahl entzündlicher Erkrankungen sowie bei Warzen, Wurmbefall und sogar in der Krebstherapie für die innere Anwendung empfohlen (beispielsweise von Hildegard von Bingen). Heute wird die Droge jedoch vorwiegend äußerlich verwendet und ist nur noch in vereinzelten Teemischungen als Zutat zu finden. Bei der äußerlichen Anwendung sind jedoch die Anwendungsgebiete noch sehr ähnlich: bei schlecht heilenden Wunden, als Mundspüllösung bei Entzündungen im Mund-Rachenraum sowie zur Pflege und zur Herstellung von Pflegeprodukten.

Calendulae herba (alte Bez.: Herba Calendulae)
Ringelblumenkraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Carotinoide, Saponine, Phytosterol, Loliolid (Bitterstoff) u.a.

Hierbei handelt es sich um die ganzen, getrockneten und verarbeiteten oberirdischen Pflanzenteile, die zur Blütezeit geerntet wurden. Insbesondere in der Volksheilkunde eingesetzt findet das Kraut Verwendung bei der Anregung der Gallenproduktion, äußerlich zur Wundbehandlung, bei Flechten, Angina, Husten, Krämpfen sowie unregelmäßiger Periode (Frauenheilkunde).

 

Ringelblumen-SalbeFür Kosmetik & Pflege

Im kosmetischen Bereich wird vor allem mit Ringelblumen versetztes Öl verwendet, so z.B. in Pflegecremes, Massageölen. Salbe und Tinktur wird bei äußerlicher Anwendung eine positive Wirkung auf Entzündungen und Wundheilung, aber auch auf Sonnenbrand, Prellungen und Quetschungen nachgesagt.

Ebenfalls positiv wird die Wirkung auf trockene Haut gesehen. Bei unreiner Haut und Akne kann durch die bakterienhemmende Wirkung mit einem Gesichtsdampfbad Linderung erreicht werden. Als Haarspülung soll ein Ringelblumenaufguss auf glanzlose und fettige Haare ausgleichend wirken. Mitunter können jedoch auch Kontaktallergien auftreten.

 

In der Küche

Auch hier finden wir vielfältige Möglichkeiten für die Ringelblume: Blüten und junge Blätter finden beispielsweise in Salaten einen hervorragenden Platz. Mit den Blütenblättern wurden bereits in der Antike vielfältige Gerichte gefärbt, so lassen sich beispielsweise Milchspeisen, Kuchen und auch Reis gerne auf das Farbenspiel der Ringelblume ein.

Als Würze ebenso wie als Dekoration passen diese Blüten jedoch auch zu Eintöpfen, Fisch- und Fleischsuppen, Butter, Brot und Süßspeisen. Besonders interessant sind die sauer eingelegten Blütenknospen als „falsche Kapern“.

 

Für Dekorationen

Allein durch die Farbgebung der Ringelblume, die von gelb über orange bis hin zu leicht rötlichen Tönen reicht, ist die Ringelblume an sich schon im Garten eine Augenweide. Natürlich macht sie sich ebenso schön in schönen, frischen Kräutersträußen.

Doch auch getrocknet finden sich vielerlei Anwendungsmöglichkeiten für die Blütenblätter, da sich die Farbe je nach Trockenart nicht viel verändert: In bunten Potpourries finden sie sich daher ebenso wieder wie in gepresster Form auf selbstgemachtem Briefpapier oder Grußkarten.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der lateinische Name soll auf den römischen Kalender zurückzuführen sein, und steht für die scheinbar ständige Blüte „das ganze Jahr“ über. Wegen ihrer Regenerationsfähigkeit und Zähigkeit galt diese Pflanze bereits bei den Ägyptern als Verjüngungsmittel. Nicht minder geachtet war sie bei den Hindus als Altarschmuck; hingegen findet sich bei Griechen und Persern vorrangig die kulinarische Nutzung.

 

 

Werbung