Nasturtium officinale R. Br.

Brunnenkresse in Blüte, Foto: Harald Berger
Brunnenkresse in Blüte, Foto: Harald Berger

Echte Brunnenkresse

Volkstümliche Namen:
Brunnenkressenkraut, Wasserkraut, Wasserkresse, Bachkresse u.a.

Familie: Brassicaceae/Kreuzblütengewächse
Unterklasse: Rosenähnliche

Vorkommen: West- u. Mitteleuropa

Hinweise

Reich an Vitamin C

 

notfall

Beschreibung:

An sauberen Bächen und Quellen finden sich gerne bis zu 70 cm hohe, kriechende bis leicht aufsteigende Pflanzen, mit langen Stängeln, von den rundliche Blätter gefiedert zur Seite stehen – die Brunnenkresse.

Die Blätter sind dunkelgrün, die Blüten vierblättrig, weiß in Doldentrauben. Der Samen ist relativ groß, schwarzbraun und bis zu 3 Jahre keimfähig.

Informationen zum Anbau:

Lebensform: mehrjährig, winterhart / Staude
Blütezeit: Mai – September
Erntezeit: ganzjährig
Ernte: junges Kraut, Samen
Konservierung: nur frisch verwenden – dürfte jedoch kein Problem sein, da sie selbst im Winter geerntet werden kann.
Standort: halbschattig, feucht, nahrhafte Böden
Pflegeanspruch: sollte stets sehr Nass stehen (bis zu 1 cm Wasser) Oberfläche regelmäßig lockern, Rückschnitt für üppigen Wuchs.
Vermehrung: Direktsaat – Samen nass halten.

 

 

Brunnenkresse, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Abb. Biolib.de
Brunnenkresse, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Nasturtii herba (alte Bez.: Herba Cardami)
Syn.: Herba Cardamines, Herba Nasturtii, Herba Nasturtii aquatici, Herba Naturtii cardamines u.a.
Brunnenkressenkraut

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Senföle, ätherische Öle, Raphanol u.a.

Durch die enthaltenen Bitterstoffe wird der Brunnenkresse auch Appetitanregung nachgesagt. Auch als stoffwechselfördernd, harntreibend und bei Diabetes nennt die Volksheilkunde diese Pflanze.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Als Vitamin-C-Lieferant, der sich auch im Winter ernten lässt, fand diese Kresseart schon früh ihren Platz in unseren Küchen. Der frische, leicht scharfe bis bittere Geschmack macht sich gut als Gemüse und Salat. Doch auch bei Quark, Eierspeisen und Kartoffelgerichten macht diese Pflanze eine gute Figur. Geschmacklich ist die beste Erntezeit kurz vor der Blüte. Die Samen können auch statt Pfeffer zum Würzen genommen werden.

 

Für Dekorationen

Im kleinen Töpfen macht dieses Kraut auch eine recht dekorative Figur, braucht jedoch viel Wasser und möglichst kühlen Standort. Daher nur bedingt geeignet. Besonders schön macht sich die Brunnenkresse jedoch bei Verneblern und Zimmerbrunnen.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Eine ganz besondere Eigenschaft hat dieser Pflanze den lateinischen Namen beschert: Dieses Kraut kitzelt mit seinem Duft die Nase und lässt den Riechenden niesen. Der Gattungsname Nasturtium setzt sich ausnasus („Nase“) und tortium („Qual“) zusammen. Der deutsche Namensteil „Kresse“ stammt vom althochdeutschen Kras, gras (Speise).

Bei Dioskures finden wir die Heil- und Genusspflanze ebenso wie in den Kräuterbüchern des Mittelalters erwähnt. Hier werden ihr wurmtötende, blutreinigende und harntreibende Eigenschaften zugewiesen sowie bei der Behandlung von Bronchitis und Skorbut (Mangelerkrankung bei unzureichender Vitamin-C-Zufuhr).