Borago officinalis L.

 

Borretschblüte, Foto: Andreas Trepte, www.photo-natur.de
Borretschblüte, Foto: Andreas Trepte, www.photo-natur.de

Borretsch

Volkstümliche Namen:
Gurkenkraut, Himmelsstern, Herzfreude, Wohlgemutsblume, Liebäuglein, u.a.

Familie: Boraginaceae / Rauhblattgewächse
Unterklasse: Asternähnliche

Vorkommen: Mittelmeerraum, Vorderasien

Hinweise

Reich an Mineralsalzen.

Blüten reagieren wie Lackmuspapier (Indikatorpapier) auf säurehaltige Stoffe

Das Kraut sollte nicht in größeren Mengen genossen werden, kann sonst schwere Leberstörungen hervorrufen

 

notfall

Beschreibung:

Wundervoll blau oder rosa leuchtend fallen die fünfblättrigen Blüten dieser bis zu 70 cm hohen Pflanze leicht wie kleine Sterne ins Auge. Die Staubblätter heben sich dunkel aus der Blüte hervor. Der Stängel des Borretsch ist hohl und kräftig, rund und verästelt mit einem leichten weißen Flaum.

Die Blätter sind dunkelgraugrün, eiförmig, leicht zugespitzt und rauhaarig. Ihr Saft verströmt bereits das leichte Gurkenaroma beim Pflücken.

Der Samen ist relativ groß, schwarzbraun und bis zu 3 Jahre keimfähig.

Informationen zum Anbau:

Lebensform: einjährig, winterhart
Blütezeit: Mai – September
Erntezeit: ab Juni
Ernte: zarte, junge Blätter und Blüten nach Bedarf (ältere Blätter schmecken eher streng)
Konservierung: in Essig oder Öl
Standort: sonnig, feucht, Beetränder (kann sonst andere Pflanzen überwuchern)
Pflegeanspruch: gering, regelmäßig gießen
Vermehrung: Direktsaat von April bis Juni

Sonstige Pflanz-Infos:
Zusammen mit Stachelbeeren wächst und gedeiht Borretsch besonders prächtig. Diese beiden Pflanzen unterstützen gegenseitig das Wachstum des anderen. Zwischen Rosen hält er hingegen das Unkraut fern.

Sollte nicht zu dicht im Beet stehen, da er sonst Blattläuse anziehen kann, optimaler Abstand 50 cm. Nur jung verpflanzbar.

Deutschlands Flora in Abbildungen (1796), Abb. biolib.de
Deutschlands Flora in Abbildungen (1796), Abb. biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Boraginis flos (alte Bez.: Flores Boraginis)
Borretschblüten

Inhaltsstoffe: Bornesit, Allantoin, Schleimstoffe, Kaliumsalze u.a.

Als Aufguss erwähnt die Volksheilkunde diese Blüten bei Harnverhaltung, Fieber, Verschleimungen der Atemwege, sowie bei Entzündungen und Rheumatismus.

Boraginis herba (alte Bez.: Herba Boraginis)
Borretschkraut; Syn.: Gurkenkraut

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Kieselsäure, Schleimstoffe, Pyrrolizidinalalkaloide, u.a.

Bei Husten- und Halserkrankungen, Erkrankungen von Nieren und Blase sowie bei Rheuma wird das Kraut in den Quellen erwähnt. Vorsicht ist jedoch beim Kraut geboten, weil der Pyrrolizingehalt beim Abbauprozess im Körper u.U. Leberschäden hervorrufen kann.

Boraginis oleum (alte Bez.: Oleum Boraginis)
Borretschsamenöl

Inhaltsstoffe: Fettglyceride mit hohem Anteil von ungesättigten Fettsäuren, u.a.

Das Borretschsamenöl wird in der Volksheilkunde als hilfreiches Mittel bei Neurodermitis erwähnt.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Nicht zuletzt der Name „Gurkenkraut“ verrät schon die Fähigkeiten des Borretsch in der Küche. Für Salate, Brotaufstriche, Kräuterkäse, -quark und -Dipp ist er ebenso geeignet wie für Garnierungen – insbesondere gezuckerte Kuchengarnierung. Der Geschmack ist allein genossen leicht gurkenähnlich, leicht säuerlich – enthält viel Vitamin C.

Optimal geeignet ist er des weiteren für Essig und Ölansätze (Konservierung sollte generell auf diese Art erfolgen, da er beim Trocknen das Aroma verliert). Auch als Würze in Spinat und Kohlgemüse passend.

 

Für Dekorationen

Als sommerliche Schnittblume alleine in einer schlichten Vase kommt der Borretsch mit seinen rosa- bis himmelblaufarbenen (bisweilen auch weiß, aber eher selten) Blüten sehr schön zur Geltung. Natürlich macht er sich auch sehr schön in Kräutersträußen.

Die Blüten sind übrigens in gezuckerter Form auch eine schöne Dekoration für sommerliche Süßspeisen.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der Borretsch könnte bereits den alten Kelten bekannt gewesen sein, führen doch manche Quellen den Namen dieser Pflanze auf den keltischen Begriff „borrach“ (=“Mut“) zurück. So finden sich Hinweise auf die „Mutmachenden“ und „Fröhlichmachenden“ Eigenschaften. Beispielsweise soll den Kreuzfahrern häufig ein Abschiedstrunk mit Borretschblüten gereicht worden sein, um ihnen den nötigen Mut für die kommenden Taten zu verleihen.

Einige Autoren leiten den Pflanzennamen auch vom lateinischen Wort borra, „Gewebe aus rauer Wolle“, ab und vermuten eine Beziehung zu den behaarten Stängeln und Blättern. Auch Stimmen, dass der Name vom arabischen abu r-rach stamme, „Vater des Schweißes“, sind in einigen Quellen benannt und verweisen auf die in der Volksmedizin genutzte Eigenschaft des Borretsch, Schweißausbrüche hervorzurufen.

Die genaue Bestimmung bleibt hierbei wohl unbekannt.