Satureja hortensis L.

Syn. Clinopodium hortense, Satureja brachiata, Satureja laxiflora, Thymus cunila u.a.

Bohnenkraut / Sommerbohnenkraut

Sommerbohnenkraut, Foto: Karel Jakubec
Sommerbohnenkraut, Foto: Karel Jakubec

 

Volkstümliche Namen:
Pfefferkraut, Saturei, Sommersaturei, Josefskraut, Beizkraut, Kölle, Weinkraut, u.a.

Familie: Lamiaceae / Lippenblüter
Unterklasse: Asternähnliche
Ordnung: Lippenblüterartige

Vorkommen: Europa

Hinweise

 

notfall

Beschreibung:

Dieses Kraut sollte in keinem Bauerngarten fehlen: das 40 cm hohe, buschige Bohnenkraut ist stark verzweigt mit schmal lanzettlichen Blättern, welche einen stark würzigen Duft verbreiten, von dunkelgrüner Farbe sind und dabei mittig eingekerbt sind.

Die meist einseitswendigen Blüten, die in Scheinähren stehen, haben eine breite Farbpalette von weiß bis lila und stehen an den vorrangig an den oberen Zweigen des Krautes.

Informationen zum Anbau

Lebensform: einjährig
Blütezeit: Juli – September
Erntezeit: Juni – September
Ernte: frische Blätter oder Kraut
Konservierung: trocknen, in Essig o. Öl
Standort: sonnig-warm, wenig feucht
Pflegeanspruch: gering, nur wenig düngen; Rückschnitt im Frühjahr
Vermehrung: Direktsaat ab Mai, Vorkultur ab April

Sonstige Pflanz-Infos:
Lichtkeimer, für Steingärten und Topfkultur geeignet; Winterbohnenkraut auch für Randbepflanzungen. Pflanzabstand ca. 40 cm.

Winterbohnenkraut ist weniger anspruchsvoll, doch intensiver im Aroma

 

Sommerbohnenkraut, Deutschlands Flora, Abb. Biolib.de
Sommerbohnenkraut, Deutschlands Flora, Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Satureja herba (alte Bez.: Herba Saturejae)
Bohnenkraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Chlorogensäure, Kaffeesäure u.a.

Als Tee findet die gesamte oberirdische Pflanze verwendung als Mittel bei Durchfallerkrankungen, als blähungstreibendes Mittel sowie bei Niere-, Leber- und Gallenbeschwerden. Auch als Schleimlöser ist das Bohnenkraut bekannt und in manchen Quellen sogar als Antiwurmmittel. Im äußerlichen Anwendungsbereich findet man Hinweise auf Spülungen bei Schleimhautentzündungen.

Satureja hortensis aetheroleum (alte Bez.: Oleum Saturejae)
Bohnenkrautöl (häufig Winterbohnenkrautöl)

Inhaltsstoffe: Cervacrol, y-Terpinen, p-Cymen, Caryophyllen, Myrcen, u.a.

Das Öl des Bohnenkrautes wird zur Parfümierung von Seifen, Waschmitteln sowie Kosmetika genutzt.

 

Für Kosmetik & Pflege

Für ein Gesichtsdampfbad eignen sich die Blütenspitzen, die durch ihre adstringierende (zusammenziehende) und antiseptische Wirkung besonders bei fettiger Haut (evtl. auch bei Mischhaut) hilfreich sein können.

 

In der Küche

Selbstverständlich darf Bohnenkraut in der Nähe von Bohnengerichten nicht fehlen, schließlich hat es seinen Namen nicht aus irgendeiner Laune heraus bekommen. Jedoch auch andere Hülsenfrüchte gelangen durch die Würze dieses Krautes zu besonderem Geschmack. Des weiteren eignet es sich als Zutat bei der Zubereitung von Eintöpfen, Braten, Wurst- und Fischsalate, in Dips, Essig- und Ölzubereitungen. Die frischen Blätter können des weiteren herzhafte Salate bereichern.

 

Für Dekorationen

Sommerbohnenkraut eignet sich als unaufdringlicher Blickfang für fast jeden Garten – auch Steingärten und Balkon-Gefäßkulturen – und sollte insbesondere in Bauerngärten nicht fehlen: Die zarten Blüten machen einen guten Eindruck in Kräutersträußen sowie in würzigen Girlanden und bieten obendrein zarte Ziermöglichkeiten für Essig- und Öl-Gefäße. Winterbohnenkraut ist außerdem für Randbepflanzungen geeignet (Halbstrauch).

 

Überlieferungen / Aberglaube

Bereits die alten Römer nutzen das Bohnenkraut in ihrer Küche und reicherten hiermit Essig und Soßen an. Durch das leicht pfefferige Aroma könnte es aber durchaus schon sehr viel länger genutzt worden sein und dürfte zu den wohl ältesten Gewürzpflanzen gehören. Selbst Vergil erwähnt das Bohnenkraut in einem seiner Gedichte, und bemerkt hierbei, dass die Nähe zu Bienenstöcken wohl besonders geeignet sei.

Der Gattungsname Satureja leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet so viel wie „sättigend“ (lat. „saturare“). Bereits im 9. Jahrhundert finden sich Hinweise auf die Kultivierung des Bohnenkrautes in Klostergärten – die Kräuterbücher dieser Zeit erwähnen ebenfalls bereits die verdauungsfördernden Eigenschaften ebenso wie die Unterstützung als Hustenlöser im Krankheitsfall.