Potentilla erecta L.

Syn. Fragaria tormentilla, Potentilla tormentilla, Tormentilla erecta u.a.

Blutwurz, Foto: Kristian Peters
Blutwurz, Foto: Kristian Peters

Blutwurz

Volkstümliche Namen:
Räuschel, Tormentill, Aufrechtes Fingerkraut, Bauchwehkraut, Mooreckel, Rotwurzel, Ruhrwurz, Birkwurz, Christuskrone, Fingerkraut, u.a.

Familie: Rosaceae / Rosengewächse
Unterklasse: Rosenähnliche
Ordnung: Rosenartige

Vorkommen: Europa, Nordafrika, Westsibirien, Nordamerika

Hinweise

Nicht mit der Kanadischen Blutwurz zu verwechseln!!
Diese gehört zu den Opiumgewächsen und ist giftig!

 

 

notfall

Beschreibung:

Der Blutwurz ist eine 10 bis 30 Zentimeter hohe Pflanze, welche aus einem kräftigen und kriechenden Wurzelstock wächst. Die dreizähligen Rosettenblätter sind grob gezähnt sowie lang gestielt, im Gegensatz zu den sitzenden Stängelblättern. Angeschnitten tritt aus dem Rhizom ein blutroter Saft aus. Die lang gestielten, gelben Blüten werden bis zu einem Zentimeter im Durchmesser und haben vier Kronblätter (zuweilen auch fünf oder sechs) und entspringen den Blattachseln.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: mehrjährig, winterhart / Rhizomstaude
Blütezeit: Mai – Oktober
Erntezeit: Wurzelstock im Frühjahr oder Herbst – Kurz vor oder nach der Blüte
Ernte: Wurzelstock ausgraben, Wurzeln entfernen
Konservierung: an der Sonne trocknen des zerkleinerten Rhizoms
Standort: mäßige bis magere feuchte Böden, halbschattig bis schattig.

 

Blutwurz, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Abb. Biolib.de
Blutwurz, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Tormentillae rhizoma (alte Bez.: Rhizoma Tormentilla)
Syn.: Radix Tormentilla
Tormentillwurzel (-wurzelstock)

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Phlobaphene, Flavonoide, Procyanidine, Phenolcarbonsäuren, Triterpene, Fettsäuren u.a.

Häufig als Tinktur verarbeitet wird die Blutwurz aufgrund ihres hohen Gerbstoffgehaltes zumeist als Adstringens (zusammenziehendes Mittel) bei Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen-Raum sowie wie bei Druckstellen von Zahnprotesen angewendet. Auch bei akuten Durchfallerkrankungen wird der Pflanze Linderungsfähigkeit nachgesagt. Des weiteren finden sich in der Volksheilkunde Hinweise auf die Anwendung bei schlecht heilenden Wunden, Erfrierungen, Verbrennungen, Hämorrhoiden und Magenbeschwerden.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Der Blutwurz ist auch für die Herstellung von Likören und Schnäpsen geeignet – als Digestif wegen seiner verdauungsfördernden Wirkstoffe.

 

Für Dekorationen

 

Überlieferungen / Aberglaube

Schneidet man den Wurzelstock an, wird der „Namensgeber“ sichtbar: der blutrote Saft. Aufgrund dieses Saftes sagte man Blutwurz bereits im Mittelalter blutstillende Eigenschaften nach, benannte aber zeitgleich auch andere Pflanzen mit diesem Namen, weshalb die genau gemeinte Pflanze aus mittelalterlichen Quellen nur schwer ermittelbar sein dürfte.

Heute meint man mit dieser Bezeichnung ausschließlich den Tormentill, den die moderne Kräuterheilkunde als ausgezeichnet verträgliche Gerbstoffdroge bei Durchfällen schätzt.