Berberis vulgaris L.

Echte Berberitze

Volkstümliche Namen:
Gemeine Berberitze, Essigbeere, Sauerdorn, Reißbeere, Saurach, u.a.

Familie: Berberidaceae / Berberitzengewächse
Unterklasse: Hahnenfußähnliche
Ordnung: Hahnenfußärtige

Vorkommen: Europa, Nordamerika, Mittelasien

 

Hinweise

Die ganze Pflanze der Berberitze mit Ausnahme der reifen Beeren enthalten das Gift Berberin.

Unreife Früchte enthalten ebenfalls Gifte

Keine Nutzung der Früchte,
wenn die genaue Art nicht bestimmt ist.
Ausschließlich
Berberitze / Berberis vulgaris
wird für die Beerenernte,
die „Berberitzen“
genutzt.
(Zwischen 400 und 600 Arten bekannt)!

 

 

Beschreibung:

Berberitzen gibt es in verschiedenen Sorten – man schätzt zwischen 400 und 600 Arten. Alle diese Arten sind dornige Sträucher, die oft als Hecken angepflanzt werden. Es gibt sowohl immergrüne als auch laubabwerfende Arten. Die zwittrigen gelben Blüten sind dreizählig mit jeweils einem Fruchtblatt und hängen in 5 cm langen Trauben an den Zweigen. Die Fruchtknoten der Berberitze sind oberständig. Die Früchte, die „Berberitzen“, enthalten einen bis 50 Samen, sind ca. 5 mm lang und rot. Die Blätter sind länglich elliptisch, 2 – 4 cm lang, leicht gezähnt.

Der gesamte Strauch kann bis zu 3 m hoch werden.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: mehrjährig, winterhart / Staude
Blütezeit: Mai – Juni
Erntezeit:
Ernte: Wurzelstöcke im Frühjahr oder Herbst, frische Blätter bei Bedarf
Konservierung:
Standort: Kalkreiche Böden
Pflegeanspruch:
Vermehrung: –

Sonstige Pflanz-Infos:
Berberitzen werden vielfach als Ziergehölze in Gärten und Parks als Hecke angepflanzt.

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Berberidis fructus (alte Bez.: Fructus Berberidis)
Syn.: Baccae Berberidis vulgaris
Berberitzenfrüchte

Inhaltsstoffe: Anthocyane, Chlorogensäure, Apfelsäure, Ursolsäure; unreife Früchte enthalten Berberin – giftig; u.a.

Bekannt wegen des hohen Vitamin C Gehaltes, sind getrocknete Früchte der Berberitze oft in Fachgeschäften erhältlich. Die Volksheilkunde setzt die frischen Beeren als Kompott, Konfitüre und Marmelade bei Verstopfung und zur Appetitanregung ein. Auch die Nutzung bei Lungen-, Leber- und Milzleiden ist überliefert.

Berberidis radicis cortex (alte Bez.: Cortex Berberidis radicis)
Berberitzenwurzelrinde

Inhaltsstoffe: Isochinolinalkaloide, Bisbenzylisochinolinalkaloide u.a.

Die Wurzelrinde wird in der Volksheilkunde vor allem bei Leberfunktionsstörungen, Gallen- und Milzleiden, Gelbsucht, bei Störungen des Verdauungstraktes sowie bei Rheuma, Arthritis und Gicht empfohlen.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Getrocknete Beeren der Berberitze finden sich als Zutat in der arabischen und persischen Küche wieder. Die Berberitze macht ihrem Namen aus dem Volksmund „Sauerdorn“ alle Ehre und ist zuemist im Reformhaus und anderen Fachhandeln erhältlich. Aufgrund der Vielzahl der Berberitzensorten sollte man bei der Berberitze wirklich auf die im Handel erhältlichen Beeren zurückgreifen, um Verwechslungen mit giftigen Beerenarten zu vermeiden. Alternativ kann im versierten Pflanzenhandel die richtige Pflanze gekauft und entsprechend im Garten als Hecke angepflanzt werden, um Verwechslungen mit anderen Berberitzen-Arten auszuschließen. Geeignet für einen eingeschränkten Formschnitt macht sie sich auch gut als kleine Hecke am Rand des Bauerngartens.

Der Geschmack der Beeren ist leicht säuerlich. Auch als Marmelade, Konfitüre und entsprechende Weiterverarbeitung in Backwaren sind Berberitzenfrüchte ein Geschmackserlebnis.

 

Für Dekorationen

Durch die schöne Beerenfarbe geben der Berberitze auch in Dekorationen einen schönen Augenschmaus ab. Die Zweige der Berberitze können in einer geeigneten Vase als unkonventioneller Zimmerschmuck dienen. Immergrüne Arten dürften auch für Kränze interessant sein, jedoch sollte man wegen der Dornen Vorsicht walten lassen. Im Außenbereich kann die Berberitze auch in einem großen Pflanzenkübel oder als Hecke den Garten zieren.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der Ursprung des lateinischen Namens „Berberis“ wird im Arabischen vermutet – zum einen durch den ähnlichen Wortklang zu „Berber“ als frühere Bezeichnung für Menschen aus dem arabischen bzw. Teilen des afrikanischen Raumes, aber auch wegen des arabischen Begriffs „Berberis“ für „Muschel“.

Der volkstümliche Name „Sauerdorn“ ist leicht mit dem dornigen Gezweig und den säuerlichen Geschmack der reifen Beeren in Verbindung zu bringen.