Allium ursinum L.

Bärlauch, Foto: Lisa Carter
Bärlauch „Ramsons 700“ von Lisa Carter – work of autor. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Syn.: Allium latifolium, Allium nemorale, Ophioscorodon ursinum

Echter Bärlauch

Volkstümliche Namen:
Waldknoblauch, Waldlauch, Hexenzwiebel, Ramsell, Bärenlauch, Zigeunerlauch, u.a.

Familie: Alliaceae / Zwiebelgewächse
Untergruppe: Lilienähnliche
Ordnung: Spargelartige
Vorkommen: Mittel- und Nordeuropa, Asien, feuchte Laubwälder

 

Hinweise

Verwechslungsgefahr mit anderen Kräutern wie Maiglöckchen und Herbstzeitlose, welche beide giftig sind!!!

Leichterkennbares Merkmal: Blätter riechen beim Zerreiben nach Knoblauch.

Gehört zu den Allium-Arten

 

notfall

Beschreibung:

Der Bärlauch gehört zu den Wildzwiebelarten, kann jedoch auch gut kultiviert werden. Bevorzugt in Waldecken zu finden wächst er aus einer länglichen Zwiebel zwischen 25 und 35 cm hoch. Die Blüten sitzen in halbkugelförmigen Dolden (weiß und sternförmig) auf den grünen Stängeln, welche an der Basis in der Regel zwei lang gestielte dunkelgrüne Blätter haben, die eiförmig, leicht lanzettlich sind.
Die Wuchsfreudigkeit des Bärlauchs bildet regelrechte Teppiche auf dem Waldboden.

Lebensform: mehrjährig, winterhart
Blütezeit: Mai bis Juni
Erntezeit: April bis Juli
Ernte: Blätter, Zwiebel
Konservierung: Blätter einfrieren, Essig und Öl – vorzugsweise jedoch frisch
Standort: Wildpflanze, halbschattig bis schattig, Waldboden wird bevorzugt (lehmig-humosig, kalkhaltig)
Pflegeanspruch: sehr anspruchslos, nur bei anhaltender Trockenheit gießen, nicht düngen, Herbstlaub liegen lassen bzw. mit Laub mulchen
Vermehrung: Aussaat Sommer bis Frühherbst, Saat feucht halten

Hoher Vitamin C Gehalt, Verwechslungsgefahr mit Herbstzeitlose und Maiglöckchen!!! Typisch ist der knoblauchähnliche Geruch, der jedoch milder ist als bei Knoblauch und intensiv erst beim Zerreiben der Blätter hervortritt.

Kultivierung: Kaltkeimer (Saat braucht eine Frostperiode); Aussaat 1 bis 2 cm tief, Abstand: zwischen 20 und 25 cm; auch für Gefäßkultur geeignet.

 

Bärlauch, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Abb. Biolib.de
Bärlauch, Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Allii ursini bulbus
Bärlauchzwiebel

Inhaltsstoffe: Alliin, Thiosulfinate, Dithiine, Ajoen, Aminosäuren u.a.

Bärlauch enthält viel Vitamin C. Er wird in der Volksheilkunde zumeist frisch genutzt wird oder als Preßsaft bei Arteriosklerose sowie bei Bluthochdruck eingesetzt.

Allii ursini herba (Syn. Herba Alii ursini)
Bärlauchkraut

Inhaltsstoffe: wie Bärlauchzwiebel

Verwendung findet das Kraut vergleichbar mit dem Knoblauch bei Verdauungsbeschwerden (Blähungen und Durchfall), Appetitlosigkeit, Arteriosklerose und Bluthochdruck sowie äußerlich bei Hautausschlägen.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

baerlauch-spezial-1In der Küche

Besonders bekannt ist inzwischen das Bärlauchpesto, bei dem der Bärlauch ähnlich dem Pesto aus Basilikum genutzt wird. Generell kann er auf vielerlei Art und Weise in der Küche zubereitet werden: ob klein geschnitten, roh oder gedünstet, oder auch in Essig und Öl eingelegt. Geeignet ist er in Suppen, Salaten und Soßen ebenso wie für Fleisch- und Nudelgerichte sowie als Spinat.

Vielfältige Ideen zur Verwendung von Bärlauch finden Sie auch in unserem Bärlauch-Spezial, bei dem zahlreiche Blogger ihre köstlichsten Bärlauch-Rezepte präsentierten.

 

Für Dekorationen

Zwar bieten die sternförmigen Blüten in Kräutersträußen ein schönes Bild, doch ist der auch ihnen anhaftende Knoblauchgeruch nicht jedermanns Geschmack.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Kelten und Germanen scheinen den Bärlauch als Gemüse/Nahrungsmittel nicht nur gekannt, sondern sehr häufig genutzt zu haben, wenn man von den Überresten jungsteinzeitlicher Siedlungen ausgeht, wo dieses Kraut in großen Mengen gefunden wurde. Die Römer hingegen scheinen den Bärlauch auch als Heilkraut gekannt zu haben. Die Überlieferungen geben Hinweise auf die Nutzung als magen- und blutreinigendes Mittel.

Im Mittelalter findet der Bärlauch weniger Anhänger und der Pflanzenkundler Tabernaemontanus bringt dies mit „seiner gantzen Substanz eines ublen starcken Geruchs und bösen Geschmacks“ in Verbindung. Anders sahen es aber wohl Hieronymus Bock und andere, die ihn eher lobend erwähnen.

In späteren Zeiten macht auch der Kräuterpfarrer Johann Künzle wieder auf ihn aufmerksam und empfiehlt eine vergleichbare Nutzung wie schon bei den Römern. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit fehlen jedoch.
 

 

Werbung