Lycopodium clavatum L.

Der Bärlapp zählt zu den Moos-Arten, genauer gesagt zu den Bärlappgewächsen. Er kommt in der Flora von Deutschland in Wäldern und aufWiesen vor, jedoch auch in Gebirgszügen. Die Sporen des Bärlapps wurden früher wegen ihrer Wirkung bei Hautkrankheiten geschätzt.

Keulenbärlapp

Volkstümliche Namen:
Erdmoos, Gürtelkraut, Hexenkraut, Moosfarn, Schlangenkraut, Wolfsklaue u.a.

Familie: Lycopodiaceae / Bärlappgewächse
Ordnung: Bärlappartige

Vorkommen: Europa, gemäßigte und kalte Zonen Asiens

 

 

Hinweise

Nutzung wird wegen der Erkenntnisse über die toxischen Nebenwirkungen des Bärlapp nicht mehr empfohlen.

Giftig!!!

Steht auf der Roten Liste
gefährdeter Arten!!

 

Beschreibung:

Bärlapp ist eine ausdauernde, aber auch giftige Pflanze, die nur bis zu 30 cm Höhe erlangt, jedoch eine Länge von 0,5 bis 4 Meter erreichen kann (Bodenkriecher). Die Blätter sind nadelförmig und besitzen auf der Spitze ein wenige Millimeter langes Haar. Optisch ähneln sie „Keulen“, die ihnen auch den Namen Keulen Bärlapp einbrachten und diese Art von verwandten Bärlapparten unterscheidet.

Die Sporenstände sind in gelben Ähren angeordnet und sind von Juli bis August reif. Im Gegensatz zu dem Kraut, sind von den Sporen keinerlei toxische Wirkungsweisen bekannt.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: mehrjährig, winterhart
Blütezeit: –
Erntezeit: –
Ernte: Kraut im Mai und Juni – Vorsicht, Giftig!!!
Konservierung: trocknen
Standort: Wildpflanze – steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten
Pflegeanspruch: –
Vermehrung: –

Sonstige Pflanz-Infos:
Die Pflanzen müssen ca. 10 bis 12 Jahre alt werden, bevor sie die „Geschlechtsreife“ erreichen. Die ausgestoßenen Sporen wiederum brauchen ihrerseits 6 bis 7 Jahre zum Vorkeimen, um sich dann mit anderen Keimzellen zu vereinigen. Erst der daraus entstehende Keim wird zu einer neuen Pflanze – „Generationenwechsel“.

 

 

Bärlapp-Grafik

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Lycopodii herba (alte Bez.: Herba Lycopodii)
Syn.: Herba Musci clavati, Herba Musci terrestris
Bärlapp als Kraut

Inhaltsstoffe: Alkaloide, Triterpene, Fett, Sterole, Phenolcarbonsäuren, Azelainsäure, Flavonoide u.a.

Bärlapp war lange Zeit ein geschätztes Mittel der Volksheilkunde bei Nieren- und Blasenleiden, Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane, Menstruationsbeschwerden, Rheuma sowie äußerlich bei Hautleiden und Ekzemen. Auch Maria Treben empfahl in Ihrer Gottesapotheke den Bärlapp fast schon als Wundermittel.

Dennoch ist man nach dem heutigen Stand der Wissenschaft von der Verwendung des Bärlappkrautes abgekommen, da die toxischen Nebenwirkungen des Krautes und der Inhaltsstoffe in keiner Relation zum Nutzen stehen. Die Anwendung des Bärlapps im Bereich der Heilkräuter, beispielsweise als Tee, kann daher nicht empfohlen werden.

Lycopodium (Syn. Farina Lycopodii, Sulfur vegetabile)
Bärlappsporen

Die Sporen des Bärlapps wurden vorwiegend bei Nieren- und Blasenleiden, Durchfällen, Koliken und Rheumatismus eingesetzt. Auch die Nutzung als Wundpuder in der Babypflege ist überliefert. Heute werden die Sporen bei der Herstellung von Kondomen und Einmalhandschuhen eingesetzt (beispielsweise im Pulver auf der Innenseite der Handschuhe).

 

Für Kosmetik & Pflege

Bärlappsporen finden in der Kosmetik ihr „Aufgabengebiet“ in Trockenshampoos und Gesichtspuder.

 

In der Küche

 

Für Dekorationen

 

Bärlapp in Überlieferungen und Aberglaube

Im Kräuterbuch des Hieronymus Bock von 1539 wird die Pflanze bereits als Heilmittel „Beerlap“ beschrieben. Lange Zeit in der Volksheilkunde geschätzt war sie in jeder mittelalterlichen Apotheke als Wundpuder und zur Pillenfertigung vorhanden. Heute zählt der Bärlapp zu den Heilpflanzen, deren Nutzung sich aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen gewandelt hat und in der Naturheilkunde nur noch bedingt eingesetzt werden.

Auch im Aberglauben findet man interessante Überlieferungen zum Bärlapp: So sollen Bärlappkränze über der Türe jede Hexe beim Eintreten still stehen lassen, Bärlappsporen im Schuh oder im Bett Gliederkrämpfe vorbeugen und Gerichtsprozesse werden ebenfalls im Sinne des Bärlapp-Trägers ausfallen. Allerdings hat er auch die Eigenschaft Blitze anzuziehen (Blitzpuder, Hexenpuder), und in der Tat haben die Sporen die Eigenschaft, an Feuer mit einer kräftig ausschlagen Flamme zu verpuffen. Heute wie damals wird diese Eigenschaft der Bärlappsporen in der Pyrotechnik für Showeffekte genutzt. Ebenso wie der Keulenbärlapp, der zu den Hexenpflanzen gezählt wurde, wurde auch dem verwandten Sprossender Bärlapp (Lycopodium annotinum)  eine vielfältige Wirkung nachgesagt.

Der lateinische Name „Lycopodium clavatum L.“ beruht auf dem wolfstatzenähnlichen Aussehen der Pflanze – lycos für Wolf und podion für Füßchen legt zeitgleich den volkstümlichen Namen Wolfstatze oder Wolfsklaue nahe.

Des weiteren finden sich Bärlapp in dem Pulver, das in der Kriminalistik für das Sichtbarmachen von Fingerabdrücken genutzt wird (zusammen mit Carmin).