Arnika montana L.

Synonyme: Doronicum arnica, Doronicum montanum

 

Volkstümliche Namen:
Bergwohlverleih, Fallkraut, Bergdotterblume, Kraftrose, Kraftwurz, Johannisblume, Stichwurzel, Engelblume, Wolfsblüte, Blutblume, Gamsblume, Wolfsauge, Bergtabak, Schnupftabaksblume, Tabakblume, Wundkraut u.a.

Familie: Apiaceae / Korbblütengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Asternartige

Vorkommen:
Gebirgswiesen, Europa, Westasien, Moore

 

 

Hinweise

Wildform steht unter Naturschutz!

Allergien möglich!

Blume des Jahres 1986
Stiftung Naturschutz Hamburg
und Stiftung zum Schutze gefährdeter
Pflanzen / Loki-Schmidt-Stiftung

Arzneipflanze des Jahres 2001
Studienkreis Entwicklungsgeschichte
der Arzneipflanzenkunde

 

notfall

 

Beschreibung:

Die bis 60 cm hohe Arnika hat eine grundständige Blattrosette aus verkehrt-eiförmigen Blättern; kleine, schmale, gegenständige Blätter wachsen entlang des flaumig-behaarten, unverzweigten Stengels. Die Blüten sind wie ein Körbchen angeordnet, das innen Röhrenblüten, aussen Zungenblüten hat, welche dotter- bis orange-gelb sind.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: einjährig
Blütezeit: Juni bis August
Erntezeit: Juni bis August
Ernte: Blüten, Wildform steht unter Naturschutz
Konservierung: Blüten trocknen oder in Öl
Standort: sonnig, feuchte, humusreiche Moorböden
Pflegeanspruch: sehr anspruchsvoll, Moorbeeterde notwendig, nicht düngen, muss feucht gehalten werden, ist jedoch empfindlich gegen winterliche Nässe ohne Schneedecke
Vermehrung: Aussaat im Frühjahr oder Teilung

Sonstige Pflanzen-Infos:
Wildform steht unter Naturschutz; Tritt in „Rudeln“ auf.
Die Arnika wurde zur „Blume des Jahres 1986“ und zur „Arzneipflanze des Jahres 2001“ gewählt.

Arnica_montana_-_Köhler–s_Medizinal-Pflanzen
Arnika; „Arnica montana – Köhler–s Medizinal-Pflanzen-015“ von Franz Eugen Köhler, Köhler’s Medizinal-Pflanzen – List of Koehler Images.
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

 

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Arnicae flos (alte Bez.: Flores Arnicae )
Syn.: Flores Calendulae alpinae, Flores Plantagines montanae, Flores Ptarmicae, Flores Alismae
Arnikablüten

Inhaltsstoffe: Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Flavonole, Terpenkohlenwasserstoffe, ätherisches Öl, Thymol, Fettsäuren u.a.

Arnikablüten werden zumeist zu Tinkturen oder Salben verarbeitet. Sie wirken antimikrobiell auf Bakterien und Pilze, entzündungshemmend und schmerzlindernd, und finden daher Anwendung bei Schwellungen, Prellungen, schmerzlichen Entzündungen, rheumatischen Muskel- und Gelenkschmerzen und Hämatomen.Außerdem finden die Blüten bei Sonnenbrand und Insektenstichen Verwendung.

Arnicae herba (alte Bez.: Herba Arnicae )
Syn.: Folia Arnicae, Herba Doromnicae germanici
Arnikakraut (hauptsächlich jedoch die grundständigen Blätter)

Inhaltsstoffe: Sesquiterpenlactone, Arnifolin, Flavonole, ätherisches Öl, u.a.

Diese Droge wurde in der Volksheilkunde vorrangig als Wundheilmittel und gegen Fieber verwendet.

Arnicae radix (alte Bez.: Radix Arnicae )
Syn.: Rhizoma Arnicae, Radix Doronixi germanici
Arnikawurzel

Inhaltsstoffe: Thymolderivate, ätherisches Öl, u.a.

Die Wurzel wurde in der Volksheilkunde als Anregungsmittel bei Herz- und Kreislaufbeschwerden sowie bei Erschöpfungszuständen und rheumatischen Beschwerden empfohlen, äußerlich wie andere Bestandteile der Arnika bei Prellungen und Blutergüssen.

 

Für Kosmetik & Pflege

Arnikablüten werden entzündungshemmende Eigenschaften zugesprochen. Ihr Einsatzgebiet liegt daher kosmetisch in der Nutzung für Gesichtsdampfbäder bei gereizter und/oder unreiner Haut nahe. Mit Weizenkleie ergibt sich eine angenehme Gesichtsmaske. Ein Ölauszug (nicht das reine ätherische Öl) hingegen ergibt ein schönes Massageöl, das wohltuend bei Verspannungen wirkt. Des weiteren finden sich Auszüge von Arnika in Haarwasser, Zahnpasta sowie weiteren kosmetischen Produkten.

 

In der Küche

 

Für Dekorationen

Kleine Arnikasträußchen oder Arnika in einem Kräuterstrauß haben sicherlich einen gewissen Reiz. Dennoch sollte die Überlegung im Raum stehen, ob eine in der Wildform naturgeschützte Pflanze für dekorative Zwecke genutzt werden sollte.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Obwohl diese Pflanze wohl schon sehr früh bekannt war, findet sie bei antiken Quellen keinerlei Erwähnung. Dennoch scheint sie bei den Germanen bereits bekannt gewesen zu sein. Der Mythologie nach ist die Arnika mit dem Wolf verbunden, da die Blüten so „gelb wie Wolfsaugen“ sind.

Später wurde sie im frühen Mittelalter langsam bekannter, gelangte ab dem späten Mittelalter sowie im 17. und 18. Jahrhundert zu besonders hohem Ansehen und wird beispielsweise bei dem Berliner Arzt Hufeland (1762-1836) als wichtige Droge erwähnt, die bei Überanstrengungen und Entzündungen erfolgreich eingesetzt werden und überdies Fäulnis entgegenwirken könne.

Auch der Zusammenhang mit dem Wolf wurde weiter überliefert und wohl „christianisiert“ – in Form von volkstümlichen Namen (Wolfsauge, Wolfsblüte) und in der Überlieferung vom „Kornwolf“, der als Wind über die Getreidefelder fegt und den „Bilmesschnitter“ (einen Korndämon) daran hindert, die „Ähren zu schwärzen“ (Mutterkornpilz) und mit einem Bock durch die Felder zu reiten (umgeknickte und damit unbrauchbare Ähren durch Wettereinflüsse wie Hagel und Sturm).

Darüber hinaus fand die Arnika als Schnupftabak Verwendung und wurde zusammen mit Huflattich und Königskerzenblüten auch als Kräutertabak geraucht.

Im Aberglauben finden wir die Arnika als besonders heilkräftig, wenn sie am Johannistag gesammelt wurde, um dann unter das Dach oder in der Stube aufgehängt das Haus vor Blitzschlag und Hagel zu schützen.

 

 

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