Pimpinella anisum L.

Synonyme: Anisum vulgare, Anisum officinarum, Apium anisum, Carum anisum, Sison anisum, u.a.

Volkstümliche Namen:
Änes, Aneis, Brotsamen, römischer Fenchel, Süßer Kümmel

 

Familie: Apiaceae / Doldenblütler
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Doldenblütlerartige

Vorkommen:
Mittelmeerraum, subtropische Gebiete

 

Hinweise

Allergien möglich

In Milchbildungstees enthalten

Arzneipflanze des Jahres 2014
Studienkreis Entwicklungsgeschichte
der Arzneipflanzenkunde

 

notfall

 

Beschreibung:

Anispflanzen sind auffallend filigran, ca. 30 bis 45 cm hoch mit kleinen weißen Dolden. Die Blätter sind gezähnt, unten rundlich, nach oben hin gespalten und gefiedert sowie von grasgrüner Farbe. Von gleicher Farbe ist auch der aufrechte Stengel, der rund, gefurcht und verzweigt ist. Die Samen sind ca 3 mm lang, hellgraubraun, gefurcht, länglich und eiförmig und werden nur nach langer Sonneneinstrahlung reif.

 

Informationen für den Anbau:

Lebensform: einjährig
Blütezeit: Juli bis August
Erntezeit: Juli bis September
Ernte: Untere Blätter bei Bedarf pflücken, Blüten, wenn gerade geöffnet. Samen: wenn leicht graugrün an den Spitzen werden, Pflanze am Boden abschneiden, Stengel sammeln, Wurzeln im Herbst ausgraben.
Konservierung: Pflanze trocknen, Tuch darunterlegen, dann Samen einsammeln
Standort: sonnig, windgeschützt, sandig-lehmiger Boden
Pflegeanspruch: nicht zu feucht, unkrautfreihalten, nicht umpflanzen
Vermehrung: Direktsaat im Frühjahr (Samen nur 2 Jahre lebensfähig)

 

Sonstige Infos:
Beim Pflanzen sollte ein Abstand von 20 cm eingehalten werden. Gedeiht bedingt im Haus.
Samen sollten vor der Nutzung leicht mit einem Mörser „angestoßen“ werden, damit die Inhaltsstoffe leichter in Tee oder Gerichte übergehen können.

 

Anis-biolib
Anis; „Illustration Pimpinella anisum0“ von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé – www.biolib.de Original book source: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany.
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Anisi fructus (alte Bez.: Fructus anisi )
Syn.: Anisium, Fructus Anisi vulgaris, Semen Absinthii dulce
Anisfrüchte

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Reservestoffe

Anis wird vorwiegend angewandt bei Erkrankungen der Atemwege (zur Innerlation und äußeren Anwendung) sowie bei Magen-Darm-Beschwerden (Krämpfe, Blähungen) sowie für die Milchbildung. Dabei ist seine Wirkung gleichzeitig so mild, dass Anis auch bei Säuglingen angewendet werden kann und zusammen mit Fenchel und Kümmel einen bekömmlichen Bauchweh-Blähungstee bildet.

Anisi aetheroleum (alte Bez.: Oleum Anisi )
Anisöl

Der würzig-süße Duft wirkt anregend, stimulierend, regulierend und krampflösend auf den Magen-Darm-Trakt. In der Schwangerschaft kräftigt er die milchbildenden Zellen und aktiviert nach der Geburt die Milchbildung. Auf die Seele wird ihm eine sehr erwärmende und stärkende Wirkung nachgesagt.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Hier fallen vor allem die Weihnachtsbäckerei und die Herstellung von Spirituosen (Sambuca, Raki, Pernot u.a.) ins Auge. In Brot- und Backwaren ist die Verwendung bereits seit der Antike verbreitet. Aber auch in Apfelmus, Konfekt, Käsegerichte und Schalentiere kann Anis Verwendung finden. Die Blüten können in Obstsalaten und zusammen mit Feigen oder Datteln genossen werden. Stengel und Wurzel hingegen runden Suppen und Eintöpfe ab.

 

Für Dekorationen

Optisch wenig ins Auge fallend, verbreiten die gemahlenen Samen einen angenehmen Duft, der an Weihnachten erinnert – also optimal für Winterpotpourries.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Bereits in alten Kräuterbüchern hochgelobt, fand Anis bereits um 1500 v. Chr. bei den Ägyptern als Nahrungs- und Heilmittel großen Anklang und wurde in großen Mengen angebaut. Auch die Römer legten bereits Felder an, auf denen sie Anis anbauten, um aus ihm zusammen mit Kümmel ein erlesenes Dessert zu kreieren – mustaceus, ein Gewürzkuchen für besondere Anlässe.

 

 

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