Marrubium vulgare L.

Marrubium vulgare L.

Echter Andorn

Synonyme: Marrubium album, Marrubium germanicum, Marrubium lanatum, Prasium marrubium

Volkstümliche Namen:
Brustkraut, Mariennessel, Sternauge, Gotteshilfe, Weiße Leuchte, Mutterkraut, Berghopfen, Apfelkraut, Mäusedorn und Dorant (letzterer ein wenig missverständlich, da auch Dill und Dost im Volksmund so bezeichnet werden)

 

Familie: Lamiaceae / Lippenblütler
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Lippenblütlerartige

Vorkommen:
Mittelmeergebiet, Europa
auf mageren Wiesen

Hinweise

Nicht in der Schwangerschaft zu verwenden!

Vom Aussterben bedroht,

keine Wildsammlung!!!

 

notfall

 

Beschreibung:

Aromatischer Duft; Bis zu 60/70 cm hoch und buschig, mit graugrünem, filzig behaarten Stängeln, eiförmigen, gezähnten und flaumigen Blättern … das ist der Andorn. Seine Blüten sind klein, weiß und stehen in Scheinquirlen um die gegenständigen Blätter angeordnet.

Informationen für den Anbau:

Lebensform: mehrjährig, winterhart / Staude
Blütezeit: Mai bis September
Erntezeit: Juni bis September
Ernte: blühendes Kraut und Blätter, Wildform steht unter Naturschutz
Konservierung: Blätter und Blüten trocknen oder zu Sirup verarbeiten
Standort: sonnig, windgeschützt; trockener, alkalischer Boden
Pflegeanspruch: anspruchlos, frosthart, jedoch empfindlich gegen Winterfeuchtigkeit
Vermehrung: Teilung im Frühjahr oder Aussaat im Spätfrühjahr

Sonstige Pflanz-Infos:
Wildform steht unter Naturschutz; Pflanzung im Abstand von 30 cm, vor starker Winterfeuchtigkeit schützen, im Frühjahr beschneiden.
Für Innenhaltung geeignet.

Ein Auszug aus den Blättern kann vor Raupenbefall schützen; in frischer Milch als Fliegenlockmittel genutzt werden.

Gemeiner Andorn, Abb.
Gemeiner Andorn, Abb.„Marrubium vulgare — Flora Batava — Volume v9“ von Janus (Jan) Kopswww.BioLib.de.
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Marrubii herba (alte Bez.: Herba marrubii)
Syn.: Herba Marrubii albi, Herba Marrubii vulgaris, Herba Prasii
Andornkraut

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide u.a.

Der Andorn gehört neben Erdrauch, Odermennig und Löwenzahn zu den vier Leberkräutern. Seine Wirkung wird schon in alten Quellen als wirksam zur Appetitanregung und bei Durchfall erwähnt. Auch bei leichten Magen-Darm-Krämpfen, Völlegefühl und Blähungen kann Andorn unterstützend wirken. Des weiteren werden als Indikationsgebiete Erkrankungen der Luftwege erwähnt (Husten, Halsweh, Katarrhe der Luftwege). Ein kalter Aufguss soll auch bei Sodbrennen helfen können.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Frisch und getrocknet findet sich der Andorn als Salatwürze oder aber auch als Zutat für Kräuterliköre in der Küche wieder.

 

Für Dekorationen

Auch hier ist der Andorn ein kleiner „Allrounder“ und eignet sich getrocknet wie frisch für Blumenbouquets, Kräutersträuße, aber auch für Trockengestecke.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der botanische Name „Marrubium“ leitet sich vom hebräischen marrob ab, was soviel wie „bitterer Saft“ bedeutet. Die Heilwirkung des Andorns war bereits den alten Ägyptern bekannt, die ihn auch „Horussamen“ und „Sternauge“ nannten. Auch Hippokrates und andere Ärzte der griechischen Epochen waren sich der Eigenschaften des Andorns bewusst und sagten ihm sogar den Schutz vor Magie nach.

Zauberkräfte bzw. Schutzkräfte kann jedoch angeblich nur der Andorn haben, der in der Stunde vor Mitternacht auf dem Friedhof gepflückt worden sei. Dafür hat er dann jedoch eine besondere Beziehung zu magischen Wesen wie Zwergen, Elfen und Feen.

 

 

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