Amaranthus L.

Synonyme: Acanthochiton Torrey, Acnida L., Albersia Kunth, Amblogyna Rafinesque, u.a.

Volkstümliche Namen:
Liebesblume, Gartenamarant, Meier, Inka-Weizen, Himmelsschlüssel
(Achtung, letztere Bezeichnung wird volkstümlich auch für die Schlüsselblume genutzt)

 

Familie:
Amaranthaceae / Fuchsschwanzgewächse
Untergruppe: Nelkenähnliche
Ordnung: Nelkenartige

Vorkommen:
Mittel- und Südamerika, angepasste Sorten in Europa und auf allen Kontinenten (außer Antarktis)

Hinweise

Der Gemüseamarant
ist ein vollwertiger Getreide-Ersatzstoff bei Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

Hoher Eisengehalt

 

notfall

Beschreibung:

Es gibt zwischen 60 und 70 verschiedene Amarantsorten. In unseren Breiten finden sich vor allem:

Gartenamarant (Amaranthus caudatus) und
Gemüseamarant (Amaranthus tricolor)

Bereits optisch fällt der Amarant ins Auge: Als Fuchsschwanzgewächs hängen dunkelrote Blüten (Gartenamarant) in langen hängenden Scheinähren an den buschigen 40 bis 120 cm Zweigen der Pflanze herab. Die Blätter sind oval, stumpfgrün und sitzen auf zumeist roten, flaumig behaarten Stengeln.

Informationen für den Anbau

Lebensform: einjährig
Blütezeit: Juni bis November
Erntezeit: Juni bis September
Ernte: die jungen Blätter sowie ganze Triebe können nach Bedarf fortlaufend gepflückt werden. Reife Fruchtstände erst ab September ernten (reifen nur bei entsprechend warmen Sommern aus)
Konservierung: Samen trocknen, als Gemüse (wie Spinat) einfrieren
Standort: sonnig, warm und windgeschützt, nahrhafte, durchlässige und humusreiche Böden
Pflegeanspruch: leicht feucht halten, Pflanzen leicht anhäufeln (fördert Standfestigkeit und Ertrag)
Vermehrung: Direktaussaat 1 bis 2cm tief ab Mai – sät sich auch selbst aus

Sonstige Pflanz-Infos:
Pflanzung im Abstand von 40 cm
Sollte nicht mit dem Nahrungsmittelfarbstoff Amarant (E123) verwechselt werden.

 

 

Amaranth-Thome-Flora
Illustration Amaranthus retroflexus0“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Amaranthus dubius folium (Zweifelhafter Fuchsschwanz)
Diese Amarantart wird volkstümlich in Yucatan gegen Gelbfieber und Blutsturz angewandt – im Haushalt als Gemüse.

Amaranthus spinosus folium (Dorniger Fuchsschwanz; Syn.: Malabarspinat)
Dieser Vertreter wird volkstümlich in Mexico bei Nierenleiden angewandt.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Hier entfalten die Amarantarten wohl ihren ersten Schwerpunkt: Die jungen Blätter und Triebe vieler Sorten wie beispielsweise Amaranthus caudatus, Amaranthus tricolor werden vorwiegend als Gemüse verarbeitet oder roh als Salat zubereitet. Junge Stengel können ähnlich wie Spargel zubereitet werden. Weitere Sorten wie Amaranthus edulis und Amaranthus dubius sind sowohl als Gemüse, als auch als Samenlieferant geeignet. Die Samen sind winzig, jedoch reich an hochwertigem Eiweiß und glutenfrei – frisch sind sie ca. 1 Woche im Kühlschrank haltbar. Sie können frisch zu Salaten und Obstsalaten, getrocknet für Müslis, gemahlen zur Herstellung von Brei, Fladen und Teigwaren genossen werden.

Eine besondere Variante: getrocknete Samen wie Puffmais geröstet ergeben eine leckere Knabberei für Müslis, Süßspeisen und als Salatbeigabe.

 

Für Dekorationen

Ob im Garten oder allein in einer Vase – der Amarant ist immer eine Augenweide. Natürlich läßt er sich auch sehr schön mit anderen Pflanzen kombinieren. Auch getrocknet kommt er sehr schön zur Geltung, da die Scheinähren nicht viel von ihrer Farbe verlieren.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der Amarant war schon früh in Südamerika bekannt und beliebt – bei den Azteken sogar als heiliges Kraut verehrt („Kiwicha“. Benutzt wurden zumeist die an Hirse erinnernden Körner bei Azteken, Inkas und Mayas und waren eines der Hauptnahrungsmittel. Den hohen Stellenwert belegen auch Grabfunde aus Mexiko, in denen Samen dieser Pflanze nachgewiesen wurden.

Quellen berichten, dass nach der Ankunft der Spanier diese fürchteten, dass die Indios aus der kräftigen Nahrung ihre Kräfte bezögen und somit für sie unbezwingbar seien. Der Anbau wurde daher unter Todesstrafe gestellt und die Felder zerstört. Als Folge starben unzählige Indios an Mangelernährung. Es gibt jedoch auch Quellen, die die These aufstellen, die Spanier hätten den Anbau untersagt, weil der Amarant als heilige Zutat bei Götterzeremonien waren und das Verbot zeremoniellen Menschenopfer unterbinden sollte.

 

 

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