Mandragora officinarum L.

Synonyme: Atropa mandragora, Mandragora acaulis, Mandragora mas, u.a.

Gemeine Alraune

Volkstümliche Namen:

Erdmännlein, Zauberwurzel, Mandragora, Galgenmännchen, u.a.

Mandragora_Tacuinum_Sanitatis
Mandragora Tacuinum Sanitatis“ von Unbekannt – Original version on en-Wikipedia: mandragora_tacuinum_sanitatis.jpg. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

 

Familie:
Solanaceae / Nachtschattengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Nachtschattenartige

Vorkommen:
Mittelmeerraum und angrenzende Gebiete

 

 

Hinweise

stark narkotisierend und halluzinogen

GIFTIG

Keine Selbstmedikation!

 

notfall

 

Beschreibung:

Die Alraune gehört definitiv nicht zu den Pflanzen, die in einem Familiengarten stehen sollten. Das giftige Nachtschattengewächs wird nur bis zu 25 cm hoch, ist stängellos und hat lediglich eine Rosette aus länglich eiförmigen, gewellt-runzeligen Blättern. Aus den trüb- bis blassvioletten, glockenförmigen Blüten, die büschelig in der Rosettenmitte angeordnet sind, entwickeln sich gelbe, kugelige Früchte.

Lebensform: mehrjährig / winterhart / Staude
Blütezeit: Dezember bis April
Erntezeit: September bis Oktober NICHT EMPFOHLEN!
Ernte: Wurzeln älterer Pflanzen
Konservierung: trocknen
Standort: halbschattig, humusreiche, durchlässige Erde
Pflegeanspruch: mäßig warm und dunkel im Haus überwintern
Vermehrung: Aussaat im Herbst, Blattstecklinge im Winter

Sonstige Pflanzen-Infos:
Von Kindern und Haustieren fernhalten! Für Innenhaltung geeignet.

 

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NaplesDioscuridesMandrake“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

 

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Mandragorae radix (alte Bezeichnung: Radix Mandragorae)
Alraunwurzel

Inhaltsstoffe: Alkaloide, v.a. Atropin, Hyscyamin, Scopolamin, Cuscohygrin, Apoatropin

In der Volksheilkunde wurde die Alraune bei Magengeschwüren, Koliken, Asthma, Keuchhusten und als Schmerzmittel benutzt. Heute nicht mehr gebräuchlich!

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

 

Für Dekorationen

 

Überlieferungen / Aberglaube

Um die Alraune ranken sich zahlreiche Legenden und Überlieferungen. Erste Erwähnung finden sich unter der Bezeichnung „dja-dja“ im Papyrus Ebers. Auch bei Pythagoras findet sie Erwähnung als die „Menschenähnliche“ – bezogen auf die Form der Wurzel. Durch ihre halluzinogene Wirkung wurde sie vor allem auch als Aphrodisiaka, Zaubermittel und für Hexensalben genutzt.

Aufgrund ihrer Seltenheit war die Alraune an sich schon recht wertvoll, noch wertvoller wurde sie jedoch durch Geschichten über die „gefährliche Ernte“: Wer die Alraune einfach so aus der Erde zog, wurde vom Schrei des „Wurzelmännchens“ wahnsinnig, wenn er nicht gar starb. So entwickelte man den Erntevorgang weiter, indem man einen schwarzen Hund zum Herausziehen der Wurzel an selbige Band, um ihn dann zu locken… der Hund starb natürlich durch den Schrei der Alraune – aber immernoch besser ein Hund, als selbst sterben zu müssen. 😉

Besonders die auffallende Form der Wurzel, „menschenähnlich“, machte die Alraune bekannt: Weit verbreitet war im Mittelalter der aus der Wurzel geschnitzte Glücksbringer, welcher sorgsam umhegt und umpflegt wurde. So heißt es, dass solche „Wurzel-Männchen“ in kostbare Stoffe gekleidet und wöchentlich in Wein gebadet“ wurden.

 

 

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