Inula helenium L.

Synonyme: Aster helenium Aster officinalis, Corvisartia helenium Helenium grandiflorum

Echter Alant

Volkstümliche Namen:
Helenenkraut, Odinskopf, Lungenwurz, Großer Heinrich, Glockenwurz, Schlangenwurz, Brustalant, Darmwurz, Glockenwurzel, Oldwurzel, Altheewurzel u.a.

 

Familie: Asteracaea / Korbblütengewächse
Untergruppe: Asternähnliche
Ordnung: Asternartige

Vorkommen: ursprünglich Zentralasien, heute auch Europa und Nordamerika

 

Hinweise

Hohes Allergierisiko: Kontaktallergien

Größere Mengen können zu Erbrechen, Krämpfen und Durchfall führen!

notfall

 

Beschreibung:

Der Alant ist ein schmuckes Heilkraut, dass aufgrund seiner inzwischen recht selten gewordenen Wildwuchszahl gerne im Garten ein Plätzchen findet. Er hat einen buschigen, aufrechten Wuchs von bis zu 2 m. Die Blätter sind länglich elliptisch, leicht gezähnt, grün mit einer grüngrau behaarten Unterseite.

Der Stengel ist dick, gefurcht und grün und ebenfalls behaart. Er enthält ein weißes schwammiges Mark. Der Wurzelstock ist knollig verdickt, braun und aromatisch – sein weißes essbares Fleisch erinnert im Geschmack leicht an Bananen, während die getrocknete Wurzel veilchenähnlich riecht. Auf den verzweigten Stielen sitzen große gelbe Blütenköpfe mit dünnen, leicht franselig wirkenden Blütenblättern.

Informationen für den Anbau

Lebensform: mehrjährig / winterhart / Staude
Blütezeit: Juni bis September
Erntezeit: März bis Oktober
Ernte: Blätter im Frühjahr, Blüten im Sommer; Wurzeln im Herbst oder Frühjahr (ab 2. oder 3. Jahr)
Konservierung: Wurzeln in Scheiben schneiden und trocknen
Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffreiche und humusreiche Böden
Pflegeanspruch: mit Kompost düngen, im Herbst mulchen, braucht viel Platz, Rückschnitt im Spätsommer
Vermehrung: Direktsaat im Frühjahr oder Teilung im Herbst

Sonstige Pflanzen-Infos:

Pflanzung im Abstand von 1 m oder ausdünnen nach der Saat. Alant braucht evtl. eine Beeteinfassung, da er sonst wuchert.
Für Innenhaltung ungeeignet.

 

Verwendungsmöglichkeiten:

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Helenii rhizoma (alte Bezeichnung: Rhizoma Helenii; Syn.: Radix Inulae, Radix Helenii,u.a. )
Alantwurzel

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Inulin, Harze, Wachse, Pektine

In der Volksheilkunde vorrangig als Tee oder Extrakt bei Erkältungskrankheiten oder für wundheilende Umschläge verwendet, findet die Droge des weiteren Verwendung bei Menstruationsbeschwerden und Infektionen der Harnwege. Auch die Nutzung als Stärkungsmittel und Verdauungsförderer ist überliefert.

Oleum Helenii
Alantöl

Früher wurde Alantöl wegen seiner antiseptischen Eigenschaften bei Infektionen der Blase und Harnröhre, chronischem Durchfall, chronischem Husten und mitunter sogar als Wurmmittel eingesetzt. Aufgrund des hohen Allergiepotentials jedoch heute nicht mehr empfehlenswert.

 

Für Kosmetik & Pflege

 

In der Küche

Der leicht bitter-scharfe Geschmack fand vor allem in der Küche des antiken Roms Anklang. Der Feinschmecker Apicius benennt Alant als eines der wichtigsten Gewürze der römischen Küche, „auf dass es beim Würzen an nichts fehle“. Die Wurzel und die Blätter können als Gemüse gekocht werden; die Wurzel auch getrocknet gegessen werden – oder auf römische Art kandiert. Ebenso können die Blüten als Garnierung genutzt werden.

 

Für Dekorationen

Als einfache Zierpflanze ist der Alant schon recht schmuck, die Blüten können frisch als Speisengarnitur, getrocknet als Farbgeber in Potpourries genutzt werden. Die getrocknete Wurzel verströmt außerdem geräuchert (auf Räucherkohle) einen angenehmen Duft.

 

Überlieferungen / Aberglaube

Der lateinische Name soll auf Helena von Troja zurückzuführen sein. Verschiedene Sagen bringen den Alant mit der entführten Schönen in Verbindung: Mal soll sie Alant gepflückt haben, als sie entführt wurde, mal soll die Pflanze an der Stelle gewachsen sein, wo sie Tränen vergoss.

Der Alant gehört zu den sogenannten „Weihebuschpflanzen„. Der Weihebusch wurde an Maria Himmelfahrt, dem 15. August zur Kräuterweihe gebracht und sollte besonders heilsam sein. Auch besondere Schutzeigenschaften sagte man diesen Kräutern (unter anderem neben Alant: Johanniskraut, Wermut, Beifuss, Rainfarn, Schafgarbe u.a.) nach: Krankes Vieh bekam von den geweihten Kräutern ins Futter gemischt, um schneller zu genesen. Mancherorts warf man auch bei Gewitter einige der Kräuter ins offene Feuer, um vor Blitzeinschlägen geschützt zu sein.

Seine Zauberkräfte sollten auch gegen Dämonen wirken und so konnte der Alant als Amulett um den Hals getragen angeblich nicht nur vor Behexungen schützen, sondern sogar die Pest vertreiben. Im Mittelalter hielt man Alant für ein Allheilmittel und so finden sich Überlieferungen von Salben aus Alant und Schweineschmalz, die bei Krätze, Ekzemen und Geschwüren helfen sollten. Des weiteren verkaufte man kandierte Wurzeln – angeblich gegen Asthma, Verdauungsstörungen und Mundgeruch.

 

 

Werbung