Die Rubrik „Kräuter & Pflanzen“ stellt Ihnen diverse Pflanzen vor, die hier in Verbindung mit ihren Einsatzbereiche vorgestellt werden. Die Natur bietet eine schier unglaubliche Zahl an Pflanzen, die das Leben der Menschen beeinflussten und bis heute durch ihre Wirkung oder ihren Nutzen bereichern. Hierzu zählen Kräuter, Heilpflanzen und Gewürze, aber auch Getreidearten, Bäume und Pilze, die schon früher aus dem Warenkorb der Natur hoch geschätzt wurden.

 

Kräuterprofile

In diesem Bereich finden Sie eine Auswahl verschiedener Kräuter- und Gewürzpflanzen, die in Form von Kräuter-Profilen vorgestellt werden.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zu den Kräuter-Profilen

Doch ab wann spricht man eigentlich von „Kräutern“? Welche Heilpflanzen zählen zu den Artemisia-Arten? Was hat es mit den lateinischen Begriffen „officinale“, „officinalis“ und „vulgare“ auf sich, die viele Heilkräuter begleiten? Und kann ich in meinem eigenen Garten Tee nach Hildegard von Bingen ernten?

 

Kraut oder Unkraut?

Die Bezeichnung „Kraut“ stammt ursprünglich aus dem althochdeutschen Sprachgebrauch („krut“) und bezeichnet ein sogenanntes „nutzbares Gewächs“. Gemeint ist also ein Gewächs, das einen entsprechenden Nutzen bietet. Zumeist verstehen wir darunter Pflanzen, deren oberirdische Pflanzenteile nicht verholzen. Im Pflanzenbau finden wir zusätzlich die „Staude“, für nicht verholzende, aber grobfaserige krautige Pflanzen.

Interessant ist hierbei sicherlich der Vergleich mit der gegenteiligen Bezeichnung „Unkraut“. Diese Bezeichnung ist je nach Blickwinkel verwirrend oder gar irreführend, da für den Gärtner, der gezielt etwas in seinen Beeten anpflanzt auch Gewächse Unkraut sind, die sowohl ein Küchenkraut, ein Duftkraut oder auch ein Heilkraut sein können. Im Beet jedoch stören die Heilkräuter nach weitläufiger Meinung den gezielten Anbau und werden somit als Unkraut betrachtet.

Einige heute als Nutzpflanzen bekannte Kulturformen wie Rübe, Feldsalat oder Roggen, waren zu früheren Zeiten Unkräuter, wohingegen eine Reihe von Unkräutern auf heutigen Feldern auch als Heilkräuter bekannt sind (Kamille, Ackerschachtelhalm u.a.).

Von diesem Gesichtspunkt aus hat für mich als Autorin des Herbaversums die Bezeichnung „Unkraut“ einen sehr merkwürdigen Beigeschmack. Lieber möchte ich andere Bezeichnungen zur Unterscheidung. Zum Beispiel die Gruppierungen Küchenkräuter, Heilkräuter und Wildkräuter.

Kräuter werden unterschieden in ausdauernde Pflanzen, auch als mehrjährig bezeichnet sowie ein- oder zweijährige Pflanzen.

Bei mehrjährigen Pflanzen stirbt im Winter der obere Pflanzenbereich ab und treibt im Frühjahr neu (z.B. Salbei). Einjährige Pflanzen hingegen bilden sich aus Samen, gedeihen und blühen, um nach der Blüte mit der Fruchtbildung (Samenreife) abzusterben. Sie entwickeln sich innerhalb von einem Jahreszyklus. Hierfür finden wir bei Ringelblumen und Kapuzinerkresse gute Beispiele. Zweijährige Pflanzen brauchen einen längeren Zeitraum, zumeist auch eine Kälteperiode, um ihren Entwicklungszyklus abzuschließen. Unter diese finden wir beispielsweise auch im Bereich von Kümmel und Fenchel (auch als Gemüse).

 

Küchenkräuter & Gewürze

Von Küchenkräutern reden wir, wenn von einem Kraut frische oder getrocknete Blätter, Blüten oder die ganze Pflanze zum Würzen von Speisen verwendet werden. Der Unterschied zum Gewürz liegt im benutzten Pflanzenteil. Häufig ist diesen Kräutern die ganze Pflanze auf dem Markt zum Kaufen erhältlich. Das Angebot richt von den Klassikern bis hin zu außergewöhnlichen Würzkräutern. Das Gewürz hingegen wird aus Samen, Rinden, Früchten oder Wurzeln hergestellt und soll vordergründig den Geschmack oder die Bekömmlichkeit verbessern – nach dieser allgemeinen Definition finden wir in diesem Bereich auch das Salz. Salz zählt WEDER von der botanischen Seite noch in der Küche zu den Gewürzen.

Beispiele für Küchenkräuter: Basilikum, Dill, Thymian, Oregano, Kapuzinerkresse, Fenchel, Kerbel, Estragon, Petersilie, Schnittlauch

Beispiele für Gewürze: Muskat (Frucht / Nuss), Zimt (Rinde), Anis, Koriander, Kardamom, Vanille, Safran (Samenfäden), Ingwer (Wurzel), Chili

 

Heilkräuter

Zu den Heilkräutern werden all jene Pflanzen gezählt, aus denen aufgrund ihrer Wirkstoffe medizinischer Nutzen entsteht. Heute werden jedoch viele frühere Heilkräuter nicht mehr direkt in diese Sparte eingeteilt, sondern je nach heutiger Nutzung zu den Gewürzkräutern oder auch zu den Genussmitteln gezählt (z.B. Tee, Kaffee, Tabak). Die lateinischen Namen weisen oft bereits auf die Nutzung ein Heilpflanze hin, beispielsweise mit dem Zusatz „officinalis“ in der Bezeichnung. Das „officinalis“ (manchmal auch „officinale“) bezieht sich auf den sogenannten „Offizin“. Die Offizin ist die bis heute als fester Bestandteil in der Apotheke der Zubereitung von Medikamenten dient. Der Namenszusatz „vulgaris“ oder auch „vulgare“ findet sich hingegen oft im Rahmen von „gemeinen“ Heilpflanzen ab, beispielsweise beim „gemeinen Thymian“ – „Thymus vulgaris“, was einen Hinweis auf den „normalen“, den „allgemein“ üblichen Thymian im Vergleich zu besonderen Varitäten darstellt.

Die Tatsache, Heilkräuter „natürliche“ Stoffe sind, darf jedoch nicht zu dem Irrglauben verleiten, dass sie deswegen „harmlos“ seien. Gerade im Bereich der Gesundheit sollten Sie stets einen Apotheker, Heilpraktiker oder einen Arzt befragen. Die natürlichen Inhaltsstoffe der Natur sind stets komplex und können Nebenwirkungen, Wechselwirkung sowie Allergien auslösen. Bedenken Sie hierbei bitte: Auf einem Medikament, das sie als Artikel in der Apotheke kaufen, müssen ALLE Inhaltsstoffe draufstehen, damit sie sich entsprechend auch vor Allergien schützen können… Heilkräuter haben keine Packungsbeilage 😉

Beispiele für Heilkräuter: Kamille, Johanniskraut, Brennnessel, Brombeerblätter, Pfefferminze

 

Wildkräuter

Zu guter Letzt möchte ich hier noch die Wildkräuter erwähnen. Zu diesen werden grundsätzlich alle Kräuter gezählt, die nicht kultiviert wachsen, zum Verzehr geeignet sind (häufig auch als Wildgemüse zubereitet werden, wie beispielsweise der Brennnessel-Spinat) und in der regionalen Flora heimisch sind. Mitunter können Sie Wildkräuter auch problemlos im Garten ansiedeln, wenn die geeigneten Wachstumsbedingungen vorliegen und die Kräuter in der hiesigen Flora heimisch sind. Ein Beispiel hierfür ist die Brennnessel, mit der Sie nicht nur ein leckeres Wildgemüse erhalten, sondern auch gute Bedingungen für vielfältige Nützlinge in ihren Garten bringen.

Beispiele für Wildkräuter sind: Brennnessel, Bärlauch, Kamille, Schafgarbe, Sauerampfer, Löwenzahn

 

Wie Sie sicherlich bereits bemerkt haben, überschneiden sich die Einteilungen von Heilpflanzen und Küchenkräutern in die verschiedenen Sparten. Und das ist auch gut so. Jedes kleine Kraut ist ein Individualist und hat von der Natur seinen Platz in unserer Welt bekommen, jedes mit seinen Aufgaben und ein jedes hat dafür unsere Beachtung verdient. Erfreuen Sie sich an der Vielfalt im Garten oder in der Küche, in kleinen Töpfen und großen Beeten. Den die oft geringe Größe von Kräutern bringt einen weitern entscheidenden Vorteil mit. Zahlreiche Gewürz-, Heil- und Duftpflanzen erlauben den Anbau durch Pflanzgefäße – die durchaus kreativ sein können. Sie haben nicht viel Platz für viele Kräutertöpfe? Dann bauen Sie doch einfach einen Kräuterturm oder informieren Sie sich über die Wachstumsbedingungen der Kräuter, um sie in unterschiedlichen Pflanzgefäßen kreativ anzubauen.

Heilpflanzen, Duftpflanzen und würzige Kräuter bieten Ihnen einen unglaublich großen Spielraum bei vergleichbar leichter Pflege.

 


Wichtige Hinweise!

Die Pflanzenvorstellungen der Kräuter dienen ausschließlich der Information. Von einer Verwendung der Informationen über Heilkräuter zu Zwecken der Selbstmedikation oder einer anderweitigen Nutzung ohne entsprechende Vorkenntnisse wird ausdrücklich abgeraten. Es wird weder Haftung noch Verantwortung für die Nutzung der zur Verfügung gestellten Informationen übernommen.

 

Bitte sprechen Sie vor der Verwendung von Kräutern immer mit ihrem Arzt oder Apotheker über eventuell mögliche Nebenwirkungen, Allergien oder vergleichbare Unverträglichkeiten.

In Notfällen durch unsachgemäße Nutzung, beispielsweise durch Kinder, finden Sie auf unserer Notfallseite entsprechende Kontaktstellen.

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