Von Fleisch und Braten

So wie der Mensch seit frühsten Zeiten Jäger und Sammler war, ernährte er sich auch früh von tierischen Produkten. Gerade in manchen alten Kulturen war es selbstverständlich, dass dabei die Kraft des Tieres beim Essen auf den Menschen über ging. Diese mystische Überzeugung wird auch heute noch von manchen Naturvölkern geteilt. Mit der Sesshaftigkeit des Menschen und dem Beginn des Ackerbaus fand ebenso die Tierhaltung ihren Einzug. Im heutigen Irak wurden bereits um 8000 v. Chr. Schafe als erste Haustriere vermutlich neben Wildhasen gehalten. Schweine und Hausrinder folgten.

Der Beruf des Metzgers, Fleischers, Schlachters hat eine weit zurückreichende Geschichte. Bereits in der Zeit des antiken Roms war er als Fleischlieferant unentbehrlich. Jedoch kam ihm in einer Welt, in der die geistigen Künste sehr hoch angesehen und auf körperlich schwer arbeitende Menschen eher herabgesehen wurde, kein angesehener Stand zu.

Anders sah es im europäischen Raum aus: Der mittelalterliche Metzger war sehr angesehen, wohlhabend und gehörte zu den ersten Handwerkern, die sich in Zünften organisierten. Bereits im 13. und 14. Jahrhundert wurden ihnen verbriefte Zunftrechte verliehen, so z.B. die alleinige familiäre Weitergabe des Berufes – nur der Sohn des Metzgers konnte ebenfalls Metzger werden. Auch finden wir in der Zunftsatzung strenge Richtlinien in bezug auf Qualität der Waren: Die Fleischbeschau fand zumeist in öffentlichen Schlachthäusern „durch geschworene Meister, deren zum wenigsten zwei zugegen sein sollten“ statt. Anderweitiges Schlachten war verboten.

 

Als hauptsächliche Schlachttiere gelten damals wie heute vor allem Schweine, Rinder und Schafe – letztere zu früheren Zeiten jedoch wesentlich mehr als heute. Auch Geflügel wie Hühner und Gänse kamen auf den Tisch, jedoch der Gänsebraten wohl eher als Festtagsessen.

Obwohl man meinen sollte, dass gerade in früheren Zeiten Fleisch nicht wirklich oft auf den Tisch kam, geht aus Archiven das Gegenteil hervor: In Eintragungen aus dem Jahr 1449 findet man Hinweise, dass verarmte Münchener Bürger eine wöchentliche Fleischration von bis zu 1500 g bekamen, was dem heutigen Verbrauch des Durchschnittsbürgers deutlich überschreitet. Erst ab dem 18. Jahrhundert ging der Fleischverbrauch drastisch zurück und stieg in den 1920er Jahren erneut an.

Heute verzichten viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen vollständig auf Fleisch und bevorzugen die vegetarische Ernährung oder die vegane Lebensweise, die fleischlose Ernähung hinaus auch auf tierische Produkte verzichtet.

 


 

Weitere alte Berufsbilder rund um des Mahles Herkunft:

Der Bauer

Der Bäcker

Der Müller

Der Zeidler