Stein auf Stein

Während in unseren Breiten der Mauermeister erst im 7. Jahrhundert erwähnt wird, hat dieser Beruf schon einige Tausend Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung seine Tradition. Wie auch der Steinmetz war auch der Maurer schon bei den antiken Ägyptern unentbehrlich. Der Bau der Pyramiden sowie unzählige Bauwerke der Antike zeugen von der Größe der antiken Baukunst, an welcher der Maurer seinen Anteil hat. Bereits damals gab es eine klar gegliederte Hierarchie: Der Bauarbeiter, der Aufseher, der Vorsteher und schließlich der Meister waren durchaus vergleichbar mit dem heutigen Gesellen, Vorarbeiter, Polier und Meister. Der höchste Titel „königlicher Meister der Bauleute“ ist wohl mit dem heutigen Architekten vergleichbar.

In Deutschland wurden der Steinbau an sich erst durch die Besatzung der Römer eingeführt, wohingegen das germanische Dorf an sich eher das Holz als Baumaterial für ihre Häuser bevorzugte. So blieb der Steinbau lange Zeit auch weiterhin eher den höheren Gesellschaftsschichten und damit Repräsentativbauten, Burgen, Schlössern und Sakralbauten vorbehalten.

Weiterhin bestanden zwar die Häuser der Bürger und Bauern aus Holzbauten, doch entwickelten sich auch diese weiter und schufen mit „Holzskletten“ ein stabiles Grundgerüst, dessen Hohlräume zunächst mit Stroh und Lehm, später jedoch mit Ziegelsteinen gefüllt wurden.

Der Fachwerkbau entstand und fand seinen technischen und handwerklichen Höhepunkt im 17. Jahrhundert. Die Zunft der Maurer bildete sich mit den anderen Zünften allgemein im 13. Jahrhundert. An der eigentlichen Tätigkeit des Maurers hat sich bis heute nichts Grundlegendes geändert. Lediglich der Kraftaufwand wurde mit Hilfe des Einsatzes von Maschinen etwas leichter. Dennoch handelt es sich um eine schwere körperliche Arbeit. Auch das Mischen des Mörtels wurde durch Maschienen vereinfacht sowie durch neue Materialien (wie Beton, Glas und Stahl) in der Bauweise verändert.

 

.