Die Schätze der Erde

Bereits früh begann der Mensch sein Leben mit allerlei Hilfsmitteln zu vereinfachen. Einfache Werkzeuge für die Jagd und die häuslichen Gebrauch wurden aus den gefundenen Materialien der Natur hergestellt. Eine besondere Position nimmt hierbei der Feuerstein ein, ein mineralisches Gestein, das sich leicht bearbeiten läßt und gleichzeitig gute Eigenschaften für die Herstellung von Schneidewerkzeugen mitbringt. Das „über Tage“ abgebaute Gestein scheint bereits vor 10.000 Jahren abgebaut worden zu sein, wie die bislang ältesten „Feuersteinbergwerke“ im Kleinwalsertal belegen.

Der frühste Untertagebergbau wird auf die Zeit um 5000 v. Chr. datiert und belegt den Abbau von Hämatit und Roteisenstein im Schwarzwald. Bis zum 12. und 13. Jahrhundert lag das Hauptaugenmerk des Bergbaus auf der Gewinnung von Kupfer und Eisenerzen. Erst nach dieser Zeit werden um Aachen und Dortmund werden Quellen zum Abbau von Steinkohle erwähnt, welche jedoch zuerst vorrangig von örtlichen Bauern im Nebenerwerb („Kohlengräber“) und auch sehr oberflächlich betrieben worden sein soll. Erst danach tritt der Bergmann als klassisches Berufsbild auf.

Als im 18. Jahrhundert das Holz als Brennstoff knapper und die Steinkohle für die Eisengewinnung genutzt wurde, beschäftigte man sich intensiver mit dem Abbau von Steinkohle und legt Stollen und Schächte an, die jedoch nur bis zum Grundwasserspiegel reichen. Hier griffen nun die Kenntnisse der Erzbergbaugebiete und ihrer Fachleute ein, um die Ausbeute zu verbessern.

Ein weitaus größeres Problem bestand jedoch im Transport der abgebauten Kohlen. Der Straßenbau war noch nicht weit genug fortgeschritten, so dass die Kohlen mit Pferden abtransportiert werden mussten, welche erst später (durch Verbesserung der Straßen) durch Pferdewagen ersetzt werden konnten. Ein weiterer großer Schritt war die Schiffbarmachung der Ruhr 1780, was sich zum einen leichter, aber auch günstiger gestaltete.

Bis zum 18. Jahrhundert gelangte der Bergbau zu immer mehr wachsender Bedeutung. Das sogenannte Bergamt regelte nach den Gesetzen König Friedrichs des Großen von Preussen als staatliche Stelle die Leitung der „Zechen“, Löhne und Arbeitszeiten sowie die nach der Bergordnung den Bergleuten verliehenen Privilegien (z.B. Grundsteuerbefreiung, Befreiung vom Militärdienst). Auch für Ihre Gesundheit wurde aufgrund der schweren Arbeit und der damit verbundenen Risiken bzw. der Wichtigkeit des Bergbaus und damit auch den Bergleuten im Vergleich zu anderen Berufen früh gesorgt. Die sogenannten Knappschaftskassen bildeten die Vorsorge für den Bergmann und seine Familie.

Fortschritte in der Technik und der Arbeitsweise veränderten den Bergbau bis zum 19. Jahrhundert erheblich. Die Schächte konnten immer tiefer gebaut werden, da man das Grundwasser abzupumpen wusste, Dampfmaschinen kamen zum Einsatz ebenso wie Förderkörbe mit Drahtseilen und nicht zuletzt der sogenannte „Hund“, der schienengebundene Förderwagen.

 

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