Soja – wertvolles Nahrungsmittel oder genmanipulierter Klimakiller?

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Die vegane Lebensweise kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken und noch dazu Mensch, Tier und Umwelt zugutekommen. Hinsichtlich des Umweltschutzes birgt der Anbau von Soja allerdings durchaus Gefahren.

Soy beans in a Bowl

Für die unvorstellbar großen Anbauflächen müssen zahlreiche Quadratkilometer Regenwald weichen. Dabei gerät jedoch häufig in Vergessenheit, dass der überwiegende Teil als Nahrung für „Nutztiere“ dient. Doch auch eine Vielzahl veganer Produkte besteht aus der proteinreichen Bohne, so etwa Tofu, Tempeh und Sojadrinks. Hier haben die Verbraucher selbst in der Hand, wie nachhaltig sie den Einkauf und somit die Ernährung gestalten, denn viele Anbieter veganer Sojaprodukte setzen auf ökologische Landwirtschaft frei von Gentechnik und bewerben ihre Produkte als umweltfreundlich und nachhaltig.

Soja aus der Region

Zu einer negativen Klimabilanz tragen nicht nur der unsachgemäße Sojaanbau und die Verwendung von Gentechnik bei, sondern auch die zumeist langen Handelswege. Daher empfiehlt es sich, beim Kauf auf Gen-Soja und Produkte von Übersee zu verzichten und stattdessen gezielt nach möglichst regionalen Produkten bzw. jenen mit kürzeren Transportwegen Ausschau zu halten. Kaum zu glauben, aber die proteinreiche Bohne wird selbst in Deutschland – überwiegend im süddeutschen Raum – auf rund 5.000 Hektar Ackerland angebaut; das Nachbarland Österreich zählt sogar zu den größten Bio-Sojaproduzenten Europas.

Ein großer Befürworter des Sojaanbaus in unseren Breitengraden ist der in den frühen 80er-Jahren ins Leben gerufene Deutsche Sojaförderring. Der Verband liefert wertvolle Informationen rund um Anbau, Ernte, Forschung und regionale Produzenten.

Soja – eine Bereicherung für den Speiseplan

Generell gilt die Sojabohne als wertvolles Nahrungsmittel und führt unter den Hülsenfrüchten mit dem höchsten Eiweißgehalt. Neben diesen besonders hochwertigen pflanzlichen Proteinen weist die ostasiatische Kulturpflanze einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf, und bereits 100g Sojabohnen können zwei Drittel des täglichen Ballaststoffbedarfs decken. Weiterhin enthält die beliebte Hülsenfrucht auch eine ganze Reihe wertvoller Vitamine (B1, B2, E, Folsäure) und besticht durch seine Reichhaltigkeit an Kalium und Magnesium.

Sojaprodukte gewinnen somit nicht zu Unrecht an Beliebtheit. Doch auch die Zubereitungsmöglichkeiten sind vielfältig, denn allein die Kombination von Sojaerzeugnissen wie Tofu oder Tempeh mit frischem Gemüse, Kräutern und Gewürzen definiert das Geschmackserlebnis maßgeblich.

Vegan ohne Soja?

Wer Soja – trotz der überwiegend positiven Eigenschaften – ablehnt oder an einer Lebensmittelunverträglichkeit leidet, kann getrost auf andere pflanzliche Eiweißquellen zurückgreifen. Bei guter Glutenverträglichkeit ist Seitan eine echte Alternative, um schmackhafte fleischähnliche Gerichte zuzubereiten. Aber auch die Süßlupine, eine weitere wertvolle Hülsenfrucht, erfreut sich zunehmend an Beliebtheit und besticht als hochwertiger Proteinlieferant.

Fazit: Der Verbraucher hat z. T. selbst in der Hand, wie „gut“ Soja als Lebensmittel wirklich ist. Durch bewusste Kaufentscheidungen kann der Konsument den ökologischen, gentechnikfreien und regionalen Anbau fördern und zu einer ausgeglicheneren Klimabilanz beitragen – und wie schmackhaft die Sojamahlzeit letzten Endes auf dem Teller abschneidet, hängt, wie auch bei jedem anderen Gericht, von der individuellen Kreativität und Experimentierfreudigkeit ab.

 

 


Tina Reschke
Tina Reschke

 

Tina Reschke ist Veganerin und Genussmensch in einer Person. Als Texterin und Lektorin arbeitet sie vornehmlich in nachhaltigen Themenfeldern, in denen sie täglich neu für sich und ihre Arbeit auf Entdeckungsreise geht. Zu Ihrem Autorenprofil Tina Reschke.

 

 

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Eine Antwort

  1. Klaus-Peter Baumgardt
    | Antworten

    Es st ganz klar, dass man zwischen Kraft- oder „Turobofutter“ für Tiere und menschlicher Nahrung unterscheiden muss, und auch zwischen Gen-Soja und der Pflanze, die nicht auf Giftresistenz hin optimiert worden ist.
    Mit der Massenproduktion von Gen-Soja ergeben sich, änlich wie bei Mais und Baumwolle, erhebliche Umweltschäden.
    Soja als Nahrungsmittel für Menschen hat ja seine Tradition, und hierzulande wird immer mal wieder eine Scheindiskussion eröffnet, innerhalb derer die Schädlichkeit der Phytohormone betont wird, obwohl da eigentlich nichts bewiesen ist – also eine (gezielte?) Verunsicherung, die von den eigentlichen Problemen ablenkt.
    Bei Sojasauce und Miso wird auch deutlich, dass die Art und Dauer der Verarbeitung einen großen Unterschied macht – was sich dann wieder in unterschiedlichen Preisen äußert.

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