Erntezeit: Kräuter trocknen, aber richtig!

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Wer die Erntevorräte um getrocknete Kräuter bereichern möchte, sollte einiges beachten. Nur richtig getrocknet bleibt das Aroma auch erhalten.

Teekräuter, Badekräuter, Küchenkräuter: Die vielen Verwendungsmöglichkeiten für Kräuter wecken die Lust, während der Erntesaison Vorräte zu schaffen. Doch nicht immer heißt „Kräuter trocknen“ ausschließlich „abschneiden, aufhängen, fertig“. Die feinen Kräuteraromen und wertvollen Inhaltsstoffe können bei falscher Trocknung schnell verloren gehen.

Welche Kräuter lassen sich trocknen?

Grundlegend lassen sich alle Kräuter trocknen. Das Aroma bleibt jedoch meist nur bei den Kräutern erhalten, die ätherische Öle in ausreichender Menge enthalten. Feine Kräuter wie Borretsch oder Pimpinelle verlieren beispielsweise fast vollständig ihre Aromen, während Thymian, Oregano und Majoran durch das richtige Trocknen sogar an Aroma gewinnen. Für die Trocknung eines speziellen Krautes lohnt sich entsprechend ein Blick in ein umfangreiches Kräuterprofil, beispielsweise im Herbaversum-Lexikon oder in ausgewählter Fachliteratur.

Nachfolgend einige Beispiele, welche Kräuter zum Trocknen bei möglichst geringem Aromaverlust geeignet sind.

 

Kraeuter-trocknen-Grafik

 

Bei der Ernte fängt es an…

Der beste Erntezeitpunkt hängt von der Kräuterart ab. Während der individuellen Erntezeit (meist kurz vor der Blütenentwicklung) sollten Kräuter geschnitten werden. Optimal ist der späte Morgen, nachdem die nächtliche Feuchte bereits abgezogen ist, die Sonneneinstrahlung jedoch noch mäßig ist. Die Kräuter werden im Ganzen oder in großen Stücken geerntet, wobei nur unbeschädigte Pflanzen verwendet werden sollten. Die Säuberung erfolgt vorsichtig und manuell und nur bei stark mit Erde verschmutzten Pflanzen mit wenig Wasser, da sonst auch die Inhaltsstoffe ausgewaschen werden.

Kraut und Blatt im Büschel trocknen

Kräuter, deren Blätter und Kräuter großvolumig sind (z.B. Minze, Melisse oder Johanniskraut), können vergleichbar einfach in der bekannten Art getrocknet werden: Die abgeschnittenen Pflanzenstiele werden zu kleinen Bündeln geschnürt und über Kopf an einem trocknen und luftigen, jedoch schattigen Ort aufgehangen. Pralle Sonne ist am Trocknungsstandort zu vermeiden, da sonst das Kräuter trocknen negativ beeinflusst wird, da die Inhaltsstoffe deutlich stärker mit der Feuchtigkeit entschwinden.

Blüten und kleinblättrige Kräuter trocknen

Für kleine Blüten und Blätter kann eine Trocknung auf breiter Fläche sinnvoll sein. Hierfür ist eine Netzplatte optimal, die aus einem Rahmen und einem dünnen Netz- oder Gitterstoff besteht. Der Netzstoff wird hierfür über den Rahmen gespannt und die Kräuter und Blüten darauf luftig verteilt. So kann die Luft um das Trockengut zirkulieren und die Kräuter trocknen gleichmäßig durch.

Trockenhilfen: Trocken- und Dörrautomat

Ähnlicher Bauweise sind die Schubfächern im Kräuterschrank konzipiert, der die Volumenerhöhung bei Kräuter trocknen erleichtert. Der Kräuterschrank ist ein luftiger Schrank, der eine warme, doch nicht heiße Trockentemperatur gewährleistet.

Auch ein Dörrapparat leistet hierfür gute Dienste und lässt sich nicht nur für Kräuter, sondern auch für Obst, Gemüse und andere Bevorratungen nutzen. Dörrapparate benötigen meist Strom, werden jedoch auch als Solarmodelle und Eigenbau-Varianten angeboten. Der Backofen ist hingegen nur bedingt geeignet und sollte bei der Verwendung als Trockner stets leicht offen stehen, um die Feuchtigkeit entweichen zu lassen. Unabhängig von der Trockenvorrichtung sollte die Trockentemperatur stets unterhalb von 45°C liegen.

Verarbeitung und Aufbewahrung der Kräuter

Optimal getrocknet sind Kräuter, wenn sie beim Anfassen leicht knistern. Kleine Pflanzenteile werden nun vorsichtig abgerieben (gerebelt), Blätter und Kräuter nur leicht zerkleinert, bevor sie wahlweise in Stoffbeuteln (bei krautigen Pflanzen und dicken Blüten aufgrund möglicher Restfeuchte) oder Teedosen (z.B. Blattkräuter und feine Kräuter) gelagert werden. In jedem Fall sollten die Kräuter nun trocken und vor Licht geschützt gelagert werden, bis sie für die Herstellung von Tees, Badekräutermischungen oder als Gewürz verwendet werden. Richtig getrocknet halten sich die Kräuter mindestens bis zur nächsten Erntesaison – regulär gilt eine Haltbarkeit von 12 bis 18 Monaten als üblich.


SK-Foto
Sabrina Kirsten

 

Sabrina ist Chefredakteurin und Initiatorin des Herbaversums. Erfahren Sie mehr über sie und ihre Arbeit mit dem Herbaversum auf ihrer Team-Seite: Sabrina Kirsten

 

 


 

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