Der Bauerngarten

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Romantisches Flair sagt man dem Bauerngarten nach, wenngleich er ursprünglich eher praktischen Nutzen bieten sollte. Der Ursprung wird im Mittelalter vermutet. Im Mittelalter pflegte man die Gärten in übersichtlichen Kastenbeeten und Hochbeeten anzulegen. In der Regel wurden diese Beete rechteckig bis viereckig in einem regelmäßigen Schachbrettmuster angeordnet. Dazwischen wurden die Wege angelegt – teils mit Kies ausgelegt – und/oder die Beete selbst mit kleinen Hecken umsäumt.

Das Gesamtbild erhielt dadurch eine gewisse Ordnung, die neben dem Nutzen der Pflanzen auch einen Ruhepol für den Menschen darstellten, der zum Verweilen und Entspannen einlud.

Ein Blick in Fabios Bauerngarten.
Ein Blick in den Bauerngarten von Fabio Angeli, der sich in unserer Portraitreihe mit seiner Leidenschaft für das Gärtnern vorstellt.

Diese Ordnung wurde in der Renaissance weiterentwickelt. Man legte ganze Gartenanlagen an, die insbesondere bei den Oberschichten auf großen Anklang stießen. Im Barock wurden schließlich die symmetrischen und geometischen Gartenkonstruktionen auf die Spitze getrieben und neben exakten ornamentalen Mustern auch die Pflanzen durch Formschnitte in eine akkurat-geometische Form gebracht. Dabei trat die Anpflanzung von Heil- und Nutzpflanzen jedoch zugunsten optisch ansprechender und exotischer Pflanzen in den Hintergrund. Man lustwandelte durch die teilweise als Parkanlage, teils sogar als Labyrinth angeordneten Gärten.

Die traditionellen Bauerngärten hingegen wurden von der einfacheren Bevölkerung weit mehr geschätzt – wenig Zeit sollte er in Anspruch nehmen, der Nutzen von Gemüse und Kräutern im Vordergrund stehen und für das Wohl der Familie sorgen. Die schöne und praktische scheinbare Unordnung lieferte alles, was im Alltag benötigt wurde und war dennoch nie einfach nur wild durcheinandergepflanzt. Auch heute noch beliebt ist die Mischkultur von Gemüse-, Heil- und Zierpflanzen mit ihrem ganz eigenen Charme, die auch in Naturgärten und Permakulturgärten hoch geschätzt wird.

Als im 15. Jahrhundert der Buchdruck zahlreiche einschneidende Neuerungen erfuhr, wurden auch die Kräuterbücher populär. Überliefert sind uns die Werke von Hieronymus Bock, Leonhard Fuchs und vielen anderen, deren gesammeltes Wissen heute teils wissenschaftlich belegt, teils widerlegt ist, doch als Belege historischen Heilwissens einen ganz eigenen Stellenwert besitzen.


 

Erfahren Sie mehr über die Anlage eines Bauerngartens
in unserem Ratgeber „Bauerngarten anlegen“.

 

Beispiel-Kräuter für Beeteinfassungen (schnittfest & formbar)

Buchs

Currykraut

Lavendel

Lorbeer

Majoran

Rosmarin

Salbei

Bohnenkraut

Ysop


SK-Foto
Sabrina Kirsten

 

Sabrina ist Chefredakteurin und Initiatorin des Herbaversums. Erfahren Sie mehr über sie und ihre Arbeit sowie weitere Beiträge aus dem Herbaversum auf ihrer Team-Seite: Sabrina Kirsten

 

 


 

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