Vegan, vegetarisch und Co.

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Gemüsevielfalt; Foto: Man Vyi
West Show Jersey July 2010 20“ von Man vyi – Selbst fotografiert. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Die „pflanzlichen“ Lebensweise unter der Lupe: „Du bist, was Du isst“ – tatsächlich wirkt sich die Ernährung direkt auf unser Wohlbefinden aus und immer mehr Menschen erkennen, wie bedeutsam ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit ist. Kein Wunder also, dass auch die vegetarische und vegane Lebensweise immer beliebter werden.

 

Eine pflanzenbasierte Ernährung kommt nicht nur den Tieren, sondern auch der eigenen Gesundheit, unseren Mitmenschen und der Umwelt zugute. Die Medien berichten immer wieder von Vegetariern, Veganern, Ovo-Lakto-Vegetariern und anderen „Ernährungstrends“ – doch all diese Fachbegriffe bringen auf Anhieb nur wenig Licht ins Dunkel.

Vegan oder vegetarisch – Wer isst was?

Grundsätzlich nehmen Vegetarier neben Obst und Gemüse ausschließlich Produkte lebender Tiere zu sich. Hierzu zählen neben Milch und Eiern auch Honig und sämtliche daraus produzierten Produkte, während Fleisch und Fisch vom Speiseplan gestrichen werden. Veganer wiederum ernähren sich rein pflanzlich und verzehren keinerlei Produkte tierischer Herkunft, einschließlich Fleisch und Fisch sowie Milch, Eier und Honig. Ovo-Lakto-Vegetarier nehmen weder Fisch noch Fleisch zu sich, verspeisen aber Eier und Milch, während Ovo-Vegetarier („ovo“ = Ei) ebenfalls Eier, aber weder Fleisch, Fisch oder Milch konsumieren. Lakto-Vegetarier („lakto“ = Milch) hingegen verzehren Milch, aber keine Eier und selbstverständlich auch keinen Fisch oder Fleisch. Diese Begriffe können auf den ersten Blick verwirrend sein, aber die vegetarische oder vegane Ernährungsweise definiert sich keineswegs nur über einen Eintrag im Lexikon und geht oftmals über die reine Ernährung hinaus: So tragen Veganer und einige Vegetarier in der Regel auch keine Kleidung aus Leder, Wolle oder Seide und kaufen gezielt (Kosmetik-) Produkte, die nicht an Tieren getestet wurden.

Vegan Samosa; Foto: Ailin Parsa
Vegan Samosa; Foto: von AilinParsaEigenes Werk. Lizenziert unter CC0 über Wikimedia Commons.

Leckere Alternativen zu Fleisch und Fisch

Die vegane Ernährung ist jedoch keinesfalls mit Verzicht verbunden: Zu Fleisch, Fisch, Eiern und Co. gibt es jede Menge leckere und darüber hinaus oftmals weitaus gesündere Alternativen. Wer den Schritt hin zu einer veganen Ernährung (noch) nicht gehen möchte, hat dennoch zahlreiche Möglichkeiten, den eigenen Speiseplan ein wenig pflanzlicher zu gestalten: Das beliebte Frühstücksmüsli schmeckt beispielsweise ausgezeichnet mit Mandel-, Hafer-, Soja- oder Reisdrink, und statt konventioneller Obstsäfte, die oft mit Gelatine geklärt wurden, bieten sich naturtrübe Säfte an. Für deftigere Mahlzeiten oder die bevorstehende Grillsaison eignen sich Bratlinge und Würste auf Basis von Hanf, Soja, Lupinen, Grünkern oder Bohnen, um mit einer geschmacklichen Vielfalt zu experimentieren. Konventioneller Tofu lässt sich hervorragend marinieren und kann sich mit ein wenig Geschick durchaus als kulinarisches Highlight erweisen. Uns stehen unzählige Obst- und Gemüsesorten und zahlreiche Hülsenfrüchte zur Verfügung, die sich nicht nur zu Grillspießen, Salaten oder Streichcremes verarbeiten lassen, sondern auch roh mit verschiedenen Dips ein leckerer Snack für zwischendurch sind. Wer gerne in der Küche experimentiert, wird überrascht sein, wie vielfältig rein pflanzliche Lebensmittel sein können – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Verschiedene Kräuter und Gewürze versehen die Speisen nach Belieben mit einer mediterranen oder deftigen Note und liefern noch dazu wertvolle Nährstoffe.

Etwas pflanzlicher im Alltag – gesund für jeden

Wer sich dafür entscheidet, weniger oder gar keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren, nimmt gleichzeitig deutlich weniger gesättigte Fettsäuren zu sich. Dies kommt wiederum dem Herz-Kreislauf-System zugute und ist keineswegs mit geschmacklichen Defiziten verbunden – schon kleine Veränderungen zeigen eine große Wirkung. Einige rein pflanzliche Margarinen erinnern geschmacklich beispielsweise doch sehr an die herkömmliche Butter und stehen ihr in nichts nach. Auch die gelegentlichen „Sünden“ sollte niemand aus seinem Leben verbannen müssen: Viele Zartbitterschokoladen sind vegan, statt Vollmilchschokolade können Naschkatzen jedoch auch Schokolade auf Reismilchbasis genießen, und eine traumhaft cremige Mousse au Chocolat lässt sich ohne großen Aufwand wahlweise mit Seidentofu oder einer pflanzlichen Schlagcreme zubereiten.

Oftmals zahlt es sich aus, die Augen beim Einkauf offen zu halten, denn viele Produkte sind „versehentlich“ vegan. Die zahlreichen veganen Fertigprodukte erleichtern einigen Menschen zwar sicherlich den Umstieg, allerdings sind sie häufig vergleichsweise teuer und auch nicht immer gleich gesünder. Die rein pflanzliche Küche kann bei überwiegend frischer und abwechslungsreicher Zubereitung allerdings sogar sehr günstig sein, wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus und steigert noch dazu das eigene Wohlbefinden.

 


Tina Reschke
Tina Reschke

 

Tina Reschke ist Veganerin und Genussmensch in einer Person. Als Texterin und Lektorin arbeitet sie vornehmlich in nachhaltigen Themenfeldern, in denen sie täglich neu für sich und ihre Arbeit auf Entdeckungsreise geht. Zu Ihrem Autorenprofil Tina Reschke.

 

 

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