Wissenswertes: Was ist ein Herbarium?

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Die Basis des Herbaversums ist die Vielfalt der Natur mit einem Schwerpunkt auf Kräutern und ihre Nutzungsvarianten. Doch wie sammelte man früher das Wissen um Kräuter und Pflanzen? Man konservierte Beispielexemplare in einem Herbarium.

Das Herbarium als Sammlung

Unter einem Herbarium versteht man eine nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten geordnete Sammlung getrockneter Pflanzen und Pflanzenteile (lat. herba = Kraut). Es dient als Arbeitsgrundlage für Dokumentationen und vergleichend-wissenschaftliche Forschungen.

Aufgrund der Tatsache, dass heute bereits eine große Zahl der wildwachsenden Pflanzen und ihre Standorte dezimiert sind, viele Pflanzen vom Aussterben bedroht oder bereits ausgerottet wurden, ist es wichtig, zumindest das Wissen um diese Pflanzen zu bewahren. In diesem Sinne stellt ein Herbarium nicht nur eine wissenschaftliche, sondern auch eine kulturelle Aufgabe dar. Was früher ein fester Bestandteil der Arbeit von Botanikern und Apothekern in Ausbildung war, wird heute fast nur noch bedingt von wissenschaftlichen Instituten und leidenschaftlichen Hobby-Botanikern umgesetzt.

„Ick's herbarium“, Foto: Birmingham Museums
Foto: Ick’s herbarium“ von Birmingham Museums – Birmingham Museums. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons.

In einem normalen Herbarium werden Pflanzen zuerst besonders präpariert, d.h. dass die Pflanzen getrocknet und zwischen saugfähigem Papier gepresst werden. Heute bieten sich für die Erstellung eines Herbariums ebenso wie für kreative Arbeiten moderne Pflanzen- und Blumenpressen an. Die vorbereiteten Pflanzen werden anschließend entweder auf Karton geklebt oder lose zwischen Doppelbögen aufbewahrt, vorzugsweise auf einer Seite mit Klarsichtfolie, um nicht bei jeder Betrachtung die Pflanze aus der schützenden Hülle nehmen zu müssen.

Das wissenschaftliche Herbarium erfordert zusätzlich die genaue schriftliche Deklaration der Pflanze. Hierzu zählen die wissenschaftlichen, lateinischen Bezeichnungen, vorzugsweise mit genauer Herkunft des Exemplars und dem Namen des Sammlers. Besonders ausführliche Herbarien enthalten zudem Angaben über die Häufigkeit der Pflanze am Fundort, evtl. Blütenfarbe (diese verändert sich zumeist beim Trocknen) sowie vorkommende andere Pflanzenarten am natürlichen Standort.

Die Sortierung erfolgt im Normalfall nach der mutmaßlich natürlichen Verwandtschaft. Ergänzt werden kann das Herbarium durch Spezialsammlungen wie beispielsweise Früchte, Hölzer und Samen. Fleischige Bestandteile können des weiteren in Konservierungsflüssigkeiten wie Alkohol oder Formalin aufbewahrt werden.

Man sollte jedoch bedenken, dass ein klassisches Herbarium auch Schädlinge wie den Herbarkäfer und andere Insekten anziehen kann, und sollte es entsprechend durch die richtige Lagerung (kühl und dunkel) schützen. Früher war es dabei üblich, das Herbarium zum Schutz vor Schädlingen in regelmäßigen Abständen (alle ein bis zwei Jahre) durch spezielle Mittel zu „vergiften“.

Das Online-Herbarium im Herbaversum

Solche Gifte sind bei unserem „Online-Herbarium“, dem Herbaversum-Lexikon zu Kräutern und Pflanzen, glücklicherweise nicht nötig. Im Gegenteil: Wir möchten Ihnen eine informative Sammlung zur gesunden Natur bieten, um die „Freude an den Kräutern“ zu erhalten und Hintergründe zu unseren Magazin-Beiträgen zu beleuchten und zu erklären. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erfolgen und bitten Sie ausdrücklich persönliche Eventualitäten wie Allergien und Unverträglichkeiten zu berücksichtigen! Dafür arbeiten wir regelmäßig daran, die Kräuter- und Pflanzenprofile für Sie zu erweitern.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.


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Sabrina Kirsten

 

Sabrina ist Chefredakteurin und Initiatorin des Herbaversums.

Erfahren Sie mehr über sie und ihre Arbeit sowie weitere Beiträge aus dem Herbaversum auf ihrer Team-Seite: Sabrina Kirsten

 

 

 

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